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Dornberg will Hannes-Wader-Straße

Erst fragen und dann ehren

Bielefeld (WB/vz). Eine besondere Ehrung für den Liedermacher Hannes Wader, der in Hoberge aufwuchs, könnte es vielleicht geben: Ein Beschluss der Bezirksvertretung Dornberg zielt darauf ab, eine Straße oder einen Platz nach dem Künstler zu benennen. Doch so einfach ist das nicht, ergab sich nach einer kurzen Diskussionsphase in der Politikerrunde. Der Mann muss vorher gefragt werden.

Hannes Wader wuchs in Hoberge auf. Foto: dpa

Denn Schwierigkeiten hatten einige Bezirksvertreter mit der Tatsache, dass der Künstler lebt. In der Stadt Bielefeld werden Straßennamen oder Platzbenennungen eher bekannten, aber verstorbenen Persönlichkeiten zugeteilt.

CDU-Bezirksvertreter Wilhelm Kleinesdar, der den Antrag gestellt hatte, sah das weniger dramatisch. »Der Antrag hat echt Wellen geschlagen«, sagte er in der Sitzung. Manche Hoberger könnten sich an Wader sehr gut erinnern und hätten gefragt, ob er denn nicht in irgendeiner Form geehrt werden könne, ergänzte Kleinesdar. Wenn im Ortsteil eine Straße zu benennen sei, dann möge Wader doch hier berücksichtigt werden.

In Gadderbaum geboren

Hannes Wader, Jahrgang 1942, wurde in Gadderbaum geboren, wuchs in Hoberge-Uerentrup am Poetenweg auf, ging später nach Berlin und kam hier in die Liedermacherszene. Nach 50 Jahren künstlerischer Tätigkeit will er sich nun zurückziehen und gibt am 30. November sein letztes Konzert im Berliner Tempodrom.

Doch offensichtlich sind Waders Erinnerungen an seine Kindheit nicht so sonderlich gut: »Ich glaube ich war zu lange nicht mehr dort, denn zwischen Kartoffeln und Blumenkohl fühl’ ich mich heute nicht mehr wohl«, habe Wader mal unter dem Titel »Aufgewachsen auf dem Lande« gereimt, gab Paul John (Grüne) zu bedenken. Gleichwohl finde er die Idee zu einer besonderen Ehrung gut. Er, John, habe Wader-Lieder als junger Mensch oft und gerne gesungen. Bloß: »Wader lebt ja noch«, wies er genauso hin wie Winfried Huber (Bürgergemeinschaft für Bielefeld). Der CDU-Antrag möge daher zurückgestellt werden, der Künstler sei zunächst zu fragen, ob er überhaupt einverstanden sei. Das forderten auch Gerd Gieselmann (SPD) und Heiko Steinkühler (Grüne).

Die Mehrheit der Bezirksvertreter einigte sich schließlich darauf, dass die Verwaltung prüfen möge, wo in Hoberge es einen Weg, eine Straße oder einen öffentlichen Platz gibt, der sich für eine Wader-Benennung eignet. Parallel dazu sollen kulturbeflissene Bezirksvertreter »bei Wader nachfragen, ob er einverstanden ist« mit solch einer Ehrung.

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