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Sparkasse zieht Bilanz und blickt nach vorn

Es drohte eine scharfe Rezession in Bielefeld

Bielefeld

Mehr Kredite und Spareinlagen, weniger Neubauten und Investitionen – aber vor allem die Sorge vor Insolvenzen im Laufe des Jahres 2021: Das ist kurz zusammengefasst die Bilanz und der Ausblick der Sparkasse Bielefeld.

André Best

Das Führungstrio der Sparkasse Bielefeld: (von links) Vorstandsmitglied Stefan Dwilies, Vorstandsmitglied Jennifer Erdmann und Vorstandsvorsitzender Michael Fröhlich. Foto: Irene von Uslar (Sparkasse)

Corona hat nahezu alles verändert. Die Verantwortlichen der Sparkasse selbst sprechen von der Begleitung der größten staatlichen Fördermittelvergabe seit dem Zweiten Weltkrieg. „Nur mit den Fördermitteln war es möglich, eine scharfe Rezession in Bielefeld zu verhindern“, sagt Vorstandsvorsitzender Michael Fröhlich.

Zahlen belegen, was wichtig war für viele Kunden in Zeiten von Corona: 330 Förderkredite über zusammen 107,6 Millionen Euro wurden vergeben. Aufgrund von Kurzarbeit sind in 1.658 Fällen Tilgungsaussetzungen mit Privat- und Firmenkunden vereinbart worden. Und in diesem Jahr? „Aktuell gibt es keinen Grund, über eine Zunahme von Insolvenzen zu klagen“, sagt der Sparkassen-Chef. Aber in der zweiten Jahreshälfte könne das anders werden. Insbesondere die massiv betroffenen Branchen wie der Handel- und Dienstleistungsbereich, die Gastronomie, aber auch der Event- und Veranstaltungsbereich sowie die Kulturszene könnten in Not geraten – wenn sie es nicht schon sind.

Immobilien bleiben beliebt, auch wenn coronabedingt manches Neubauprojekt der Kunden verschoben werden musste. Ein Schwerpunkt werde in diesem Jahr die Vermittlung von Wohnungen im Neubaugebiet Gellershagenpark sein, sagt Vorstandsmitglied Jennifer Erdmann.

Fluch und Segen gleichermaßen sind die Null- und Niedrigzinsen. Je nach Rahmenbedingung gäbe es Immobilienkredite mittlerweile für unter einem Prozent. Die Kehrseite: Das Ersparte schrumpft. Entweder die Kunden bekommen keine, kaum oder sogar Negativzinsen (bei großen Geldanlagen). Die Sparkassenfachleute sprechen in diesem Zusammenhang sogar bisweilen von „geparktem“ statt angelegtem Geld.

Ein Großprojekt wird in diesem Jahr das neue Beratungszentrum in Senne. Der Standort an der Buschkampstraße musste aufgrund von Schadstoffbelastungen geschlossen werden. Der Neubau entsteht an der Ecke Windelsbleicher Straße/Friedrichsdorfer Straße. Eröffnung soll im Herbst dieses Jahres sein.

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