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Einsätze geraten ins Stocken – 1300 Verwarnungen in Düsseldorf

Falschparker nerven Feuerwehr

Düsseldorf/Paderborn/Bielefeld (dpa/WB/dk). Bei einem Einsatz zählt jede Sekunde. In Städten wie Düsseldorf wird die Feuerwehr immer häufiger durch Falschparker behindert.

Ein durch einen Falschparker blockiertes Feuerwehrauto mit Blaulicht spiegelt sich in Düsseldorf in den Scheiben des Falschparkers. Foto: dpa

Langsam tastet sich der Fahrer mit dem mächtigen Drehleiterwagen der Düsseldorfer Feuerwehr vor. Ein Lieferwagen parkt in der schmalen Wohnstraße im absoluten Halteverbot, ihm gegenüber ragt ein Auto aus der Parklücke heraus. Eine Millimeterarbeit, die wertvolle Zeit in Anspruch nimmt.

Drei Meter Durchfahrtsbreite braucht der Leiterwagen, um schnell zum Einsatz zu gelangen. Eigentlich kein Problem. Wären da nicht die Falschparker.

300 Autos abgeschleppt

Im vergangenen Jahr gab es in der Landeshauptstadt 1900 »Knöllchen« bei Feuerwehreinsätzen. Mehr als 300 Autos wurden sogar abgeschleppt. In der ersten Jahreshälfte 2017 waren es bereits 1300 Verwarnungen und 210 abgeschleppte Wagen. »Wir müssen Autofahrern ganz klar machen, dass auch die vermeintliche Bagatelle ›Falschparken‹ Menschenleben kosten kann«, sagt Feuerwehr-Dezernentin Helga Stulgies.

Dass falsches Parken zu einer Gefahr werden kann, zeigt ein Fall aus dem Mai: Weil Autofahrer das absolute Halteverbot in einer engen Straße in Düsseldorf ignoriert hatten, kamen die Rettungskräfte nicht zu einem brennenden Haus. Die Bewohner konnten sich gerade noch selbst ins Freie retten.

25 Euro Strafe

Hohe Strafen drohen Falschparkern nicht. 25 Euro kostet das Parken im Halteverbot mit Behinderung. Nur 15 Euro werden fällig, wenn der Fahrer noch rechtzeitig wegfährt. Wird das Auto abgeschleppt, kann es bis zu 300 Euro teuer werden. Parken in der zweiten Reihe, Zustellen von Feuerwehreinfahrten und zugeparkte Hydranten – das sind die Hauptübel.

Ist zu wenig Platz, kann der Leiterwagen oft auch die seitlichen Stützen nicht ausfahren. Muss der Halter des falsch geparkten Wagens kontaktiert werden, kostet das viel Zeit.

Parkplatznot als Grund?

Die Autofahrer berufen sich oft auf Parkplatznot. »In alten Stadtvierteln ist kaum neuer Parkraum schaffbar«, sagt Christian Schlich, Vizechef der Düsseldorfer Feuerwehr. Der Stadt bleiben nur Schilder und Straßenmarkierungen, um der Feuerwehr den Weg freizuhalten.

Das Problem mit den Falschparkern kennt auch die Feuerwehr Paderborn. »Aber nicht in dem Ausmaß wie in Düsseldorf«, sagt Leiter Ralf Schmitz. Die gute Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Ordnungs- und des Brücken- und Straßenamtes sorge dafür, dass Problemzonen erkannt und entschärft würden.

Wenn Falschparker enge Stellen immer wieder noch enger machten, werde dort häufiger kontrolliert. Während eines Einsatzes könnten Autos notfalls mit mobilen Rangierwagenhebern versetzt werden, erläutert Schmitz. Einen Grund für Behinderungen und Parkplatzmangel sieht er in den Bemühungen der Städte, den Verkehr zu beruhigen, was zu vielen schmalen Straßen geführt habe.

»Ärgerlicher Alltag«

Dass Falschparker Engstellen erzeugen, sei ärgerlicher Alltag, sagt der Abteilungsleiter Rettungsdienst der Bielefelder Feuerwehr, Jörn Bielinski. Manchmal sei keine zügige Durchfahrt mehr möglich. »Es kommt vor, dass wir 100 Meter vor der Einsatzstelle anhalten müssen, weil wir nicht durchkommen«, erzählt Bielinski.

Wenn nötig wird ein Auto mit Muskelkraft ein Stück verrückt. »Wenn Menschen in Lebensgefahr sind, schieben wir die Fahrzeuge notfalls mit unseren Fahrzeugen weg«, berichtet der Abteilungsleiter.

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