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Integrationsrat: Entscheidung könne »falsch verstanden werden und ungewollt ausgrenzen«

Ferientag zum Fastenbrechen: Kritik an Oberstufenkolleg

Bielefeld (WB/sb). Der Bielefelder Integrationsrat hat kritisiert, dass das Oberstufenkolleg einen beweglichen Ferientag bewusst auf das Fest des Fastenbrechens zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan gelegt hat. Es stelle sich die Frage, »wie man pauschal annehmen kann, dass alle 600 Kollegiatinnen und Kollegiaten dem Fastenbrechen eine religiöse Bedeutung beimessen«, sagt Mehmet Ali Ölmez, Vorsitzender des Inte­grationsrats.

Symbolfoto Foto: dpa

Und er stellt zugleich eine rhetorische Frage: »Wäre es in einer multiethnischen, multireligiösen Schule nicht wesentlich sinnvoller, allen Schülerinnen und Schülern die Entscheidung zu überlassen und diese Einzelentscheidungen zu respektieren?« Ölmez lobte zwar, dass Dr. Jutta Obbelode, Leiterin des Oberstufenkollegs, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT betonte, dass die Entscheidung ein »Zeichen der Wertschätzung an die muslimischen Kollegiatinnen und Kollegiaten« sei. »Leider gehen aber schulische Entscheidungen nicht immer in die erwünschte Richtung«, sagt Ölmez.

Vielmehr könnten sie »falsch verstanden werden, ungewollt ausgrenzen oder pauschalisierende Aussagen verstärken – etwa indem sie so genannte religiöse Unterschiede hervorheben und ihnen eine Bedeutung geben, die sie in der konkreten Situation gar nicht haben«. Wie am Freitag berichtet, hatte die Schulkonferenz auf Vorschlag der Schüler die Terminierung des beweglichen Ferientages beschlossen.

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