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Mehr als 100 Jahre altes Wohn- und Geschäftshaus in Flammen - 200.000 Euro Schaden

Feuer im Bielefelder Westen

Bielefeld (WB). Um 21.27 Uhr ist die Bielefelder Feuerwehr am Freitagabend zu einem Brand im Westen der Stadt gerufen worden. In der Kriemhildstraße war im zweiten Obergeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses ein Feuer ausgebrochen. Ein Mann (63) musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach ersten Ermittlungen der Polizei soll er eine noch glimmende Zigarette "unsachgemäß entsorgt" haben und damit für den Brand verantwortlich sein. 

Hans-Heinrich Sellmann

An der Bielefelder Kriemhildstraße brennt am Freitagabend ein Wohn- und Geschäftshaus. Foto: Bernhard Pierel

Der Eigentümer des Hauses, der stadtbekannte Bestatter und Tanzlehrer Axel Diekmann (53), sitzt gegen 21.20 Uhr vor dem Fernseher, als einer seiner drei Untermieter Alarm schlägt: „Es brennt!“ Obwohl ein Hausbewohner schon eine Schale Wasser herbeigeholt hat, erkennt Diekmann den Ernst der Lage: „Ich habe sofort gesagt: Da geht keiner mehr hoch.“ Er gibt die Devise aus: „Alle raus!“ Alle, das sind in diesem Moment insgesamt drei von vier Männern, die in dem Haus wohnen, und eine Mops-Hündin. Unmittelbar danach ruft Diekmann die Feuerwehr.

„Wir haben beim Eintreffen hinter einem Fenster des zweiten Obergeschosses Flammen gesehen“, sagt Feuerwehr-Sprecher Gerald Schonwälder. 65 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Löschabteilungen West, Mitte sowie Gadderbaum/Bethel sind vor Ort. Einer der ersten Feuerwehrmänner kann wertvolle Tipps geben: Er hat bis vor einigen Jahren selbst in dem Haus gewohnt. Über zwei Drehleitern nähern sich die Brandbekämpfer, öffnen das Dach, gehen aber auch durchs Treppenhaus. Die Flammen haben sich längst bis in den Spitzboden ausgedehnt. Es ist 23 Uhr, als Gerald Schonwälder über Funk das Signal bekommt: „Das Feuer ist unter Kontrolle.“

Vor dem Haus steht Axel Diekmann und ist zunächst einmal glücklich, dass niemand zu Schaden gekommen ist. Erst später berichtet ihm die Feuerwehr, dass der Mieter der Dachgeschosswohnung mit einem Rettungswagen ins Franziskus-Hospital gebracht werden musste. Freunde sind schnell zur Unglücksstelle geeilt, versichern dem 53-Jährigen, dass er zunächst bei ihnen unterkommen kann.

Über das Ausmaß der Schäden kann die Feuerwehr kurz nach 23 Uhr noch keine Angaben machen. Im Laufe der Nacht meldet die Polizei dann, dass ein Sachschaden in Höhe von geschätzt mindestens 200.000 Euro entstanden und der Dachstuhl einsturzgefährdet ist. In den engen Straßen des Bielefelder Westens zwischen Stapenhorst- und Schloßhofstraße ist für Autos zwischenzeitlich kein Durchkommen mehr: Die Polizei hat rund um die Brandstelle für den Verkehr alles abgesperrt, auch die Stapenhorsstraße für mehrere Stunden. Autos werden umgeleitet.

Wann und ob überhaupt Axel Diekmann sein Eltern- und Geburtshaus wieder bewohnen kann, ist offen.

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