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Wissenschaftsrat reakkreditiert die Fachhochschule in Bielefeld für fünf weitere Jahre

FHM muss Auflagen erfüllen

Bielefeld (WB). Der Wissenschaftsrat hat die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) für fünf weitere Jahre reakkreditiert. Die FHM habe in einem Qualitätssicherungsverfahren nachgewiesen, dass sie den »wissenschaftlichen Maßstäben einer Hochschule« entspreche. Allerdings erfolgte die Reakkreditierung nur unter Auflagen.

Stefan Biestmann

Die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) an der Ravensberger Straße. Foto: Thomas F. Starke

Im Jahr 2007 war die FHM von dem wissenschaftlichen Beratungsgremium noch für zehn Jahre akkreditiert worden – und das ohne Auflagen. FHM-Rektorin Prof. Dr. Anne Dreier hebt aber die insgesamt positive Bewertung hervor. »Wir haben von allen begutachteten Hochschulen das zweitbeste Ergebnis erreicht. Das ist ein Erfolg.« Es sei unüblich, für zehn Jahre reakkreditiert zu werden. Dies sei nur einer Hochschule gelungen. »Zudem gibt es heute viel mehr Prüfkriterien als früher.«

Zweitbestes Ergebnis von allen begutachteten Hochschulen

Der Wissenschaftsrat würdigt in seinem Gutachten die »eindrucksvolle Weiterentwicklung der Hochschule, die mit einem deutlichen Aufwuchs einherging«. Heute studieren fast 5000 Studenten an den acht Standorten der FHM in Bielefeld, Köln, Pulheim, Hannover, Rostock, Schwerin, Bamberg und Berlin. Es gibt 85 Studiengänge.

Zudem seien die Studienbedingungen gut und die Finanzierung solide, heißt es in dem Gutachten. Besonders gelobt wurden auch innovative Studienformate. Kritisch sieht der Wissenschaftsrat die Ausstattung der Hochschule mit hauptamtlichen Professoren, da diese in »einigen Studiengängen unter 50 Prozent« gelegen habe. Genannt wird hier der Fachbereich Psychologie. Nach Angaben von Dreier handle es sich um einen »Studiengang im Aufbau«. Zudem habe man bereits personell nachgebessert. Und in diesem Jahr stelle die FHM insgesamt 14 neue Hochschulprofessoren ein.

»Vergleichsweise geringer« Buchbestand in der Bibliothek

Der Wissenschaftsrat moniert auch den »vergleichsweise geringen« Buchbestand in der Bielefelder FHM-Bibliothek, der »in großen Teilen nicht mehr dem aktuellen Stand entsprach«. Die FHM habe aufgrund der vielen Standorte in eine »Online-Bibliothek« investiert, betont Dreier. So hätten alle Studenten einen »uneingeschränkten Zugang«. Dies sei im »Zeitalter der Digitalisierung« auch der richtige Weg. Der Wissenschaftsrat kritisiert zudem, dass sich der »Bezug zum Mittelstand nicht mehr in allen Bereichen der Hochschule« wiederfinde. Das breite Fächerangebot erwecke den Eindruck, dass die »Marktnachfrage bei der Entwicklung neuer Studiengänge so stark im Vordergrund steht, dass die FHM ihr institutionelles Selbstverständnis als Hochschule des Mittelstandes aus dem Blick verliert«.

Dreier: 97,8 Prozent der Absolventen finden direkten Berufseinstieg

Diesen Vorwurf weist Dreier zurück: Man arbeite sehr eng mit einem »nichtakademischen Umfeld« zusammen. Und die FHM wisse, welche Fachkräfte die Unternehmen suchten. Ein Beleg dafür sei, dass nach ihren Angaben 97,8 Prozent der Absolventen einen direkten Berufseinstieg fänden oder ein Masterstudium absolvierten.

Die FHM hat jetzt zwei Jahre Zeit, um die Auflagen zu erfüllen. Der Senat wolle die Vorgaben erst einmal prüfen. Dreier kündigt zudem Gespräche mit dem NRW-Wissenschaftsministerium an.

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