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NGG erwartet Abbau hunderter Stellen

Flaschenpost: Kritik an Oetker

Bielefeld/Münster...

Der Oetker-Konzern wird die beiden Getränkelieferdienste Flaschenpost und Durstexpress künftig unter einem einheitlichen Namen führen.

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Nach der Übernahme von Flaschenpost befürchtet die Gewerkschaft NGG den Abbau von Arbeitsplätzen. Foto: Papsch/Flaschenpost

„Aus Durstexpress wird Flaschenpost“, teilten die Unternehmen mit. Durstexpress werde schrittweise an allen Standorten auf Flaschenpost überführt. Dabei würden teilweise Lagerstandorte zusammengelegt. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sollten „nach Möglichkeit Beschäftigungsangebote in einem Nachbarlager unterbreitet werden“.

Anfang Dezember hatte das Bundeskartellamt die Übernahme des Getränke-Lieferdienstes Flaschenpost (Münster) durch die Bielefelder Oetker-Gruppe erlaubt – nun werden die ersten Folgen sichtbar: Die von Oetker in den vergangenen Jahren aufgebaute Marke Durstexpress soll verschwinden, einzelne Logistikzentren sollen geschlossen werden, das Sortiment soll sich aus den beliebtesten Artikeln beider Unternehmen zusammensetzen.

Was das Unternehmen nicht sagte: Hunderte Mitarbeiter werden im Zuge der Umstrukturierungen wohl entlassen. Das erfuhr unsere Redaktion von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). In Berlin, Leipzig und Bochum wurden demnach Mitarbeiter der Durstexpress-Standorte über ihre Kündigung informiert. Ihnen wurde angeboten, sich neu bei der Flaschenpost zu bewerben. „Die Mitarbeiter sind stinksauer. Der Umgang ist eine Frechheit“, sagte Jörg Most, Geschäftsführer der NGG-Region Leipzig-Halle-Dessau. In Berlin sollen zwei Logistikzentren von Durstexpress geschlossen werden, in Berlin und Bochum jeweils eines.

Im Herbst 2020 hatte die Oetker-Gruppe angekündigt, Flaschenpost übernehmen zu wollen. Zuvor hatte man versucht, mit Durstexpress einen eigenen Konkurrenten aufzubauen. Doch das Tempo des Start-ups aus Münster war zu hoch. Zudem scheinen auch die Software und die Prozesse der Konkurrenz überlegen gewesen zu sein. Sie sollen künftig in allen Standorten genutzt werden.

Mit der Übernahme, kolportiert wird ein Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro, sicherte sich die Oetker-Gruppe einen stärkeren Zugang zum Endkunden und konsolidierte gleichzeitig den Markt für Getränke-Lieferdienste.

Flaschenpost war bislang in 22 Städten aktiv, ein Großteil davon befindet sich in NRW. Durstexpress wiederum hatte sich eher auf Ost- und Süddeutschland konzentriert. Bei Flaschenpost arbeiteten zuletzt mehr als 6000 Mitarbeiter, bei Durstexpress 3500.

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