1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Fleischerei schließt Filiale in Senne

  8. >

Ulrich Berenbrinker konzentriert sich auf seinen Stammsitz in Verl

Fleischerei schließt Filiale in Senne

Bielefeld/Verl (WB). Nach 66 Jahren zieht sich die Verler Fleischerei Berenbrinker aus dem Stadtbezirk Senne zurück. Wie Firmenchef Ulrich Berenbrinker jetzt mitteilt, schließt die Filiale an der Windelsbleicher Straße 217 bereits zum Jahresende. Der 31. Dezember ist der letzte Öffnungstag.

Markus Poch

Die Wurstherstellung bleibt, die Filiale in Senne (Foto) schließt: Fleischermeister Ulrich Berenbrinker (56) konzentriert sich zukünftig stärker auf den Stammsitz seines Unternehmens in Verl. Von 2020 an lässt sich seine Ware auch online bestellen. Foto: Markus Poch

Damit müssen Senner Bürger, die im Einzugsbereich des Ortszentrums leben, künftig ohne ein Fleischerei-Fachgeschäft in der Nähe auskommen. „Schlaflose Nächte und viele Gespräche mit dem Steuerberater“ liegen nach eigenem Bekunden hinter Fleischermeister Berenbrinker. „Ich habe mir die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht“, beteuert der 56-Jährige, der zwar nicht mehr selber schlachtet, aber zum Wursten regelmäßig die Ärmel hochkrempelt. „Und es tut mir leid für unsere treuen Kunden.“ Die Umsätze der Senner Filiale seien zwar nicht schlecht gewesen, doch im Verhältnis zum Aufwand, das Geschäft zu betreiben, auch wiederum nicht gut genug, um den Standort zu halten.

1930 hatte Großvater Hermann die Firma gegründet

Deshalb beschloss er, seine volle Konzentration künftig auf den Stammsitz in Verl und dessen Weiterentwicklung zu richten. 1930 hatte sein Großvater Hermann die Firma gegründet. Zusammen mit seinem Sohn Erwin, der erst 2018 im Alter von 83 Jahren gestorben war, streckte dieser 1953 seine Finger in Richtung der Senner Kundschaft aus.

Von den dort aktuell vier Mitarbeiterinnen will Gründerenkel Ulrich Berenbrinker zwei weiterhin beschäftigen. So stehen Angelika Volkwein und Edith Pacheco vom neuen Jahr an in Verl hinter der Wursttheke, während Rita Kleinerüschkamp in Pension geht und Tanja Knöner nicht weiter beschäftigt werden kann. Zum Abschied aus Senne plant der Betrieb einen Aktionstag am 28. Dezember. „Stammkunden, die bei uns etwas zu Weihnachten gekauft haben, können sich hier dann von 10 bis 13 Uhr eine Gratis-Bratwurst abholen“, verspricht Berenbrinker.

Ware wird über Online-Plattform angeboten

Insgesamt beschäftigt er elf Mitarbeiter, die die hausgemachten Fleisch- und Wurstwaren auch von sechs Grillwagen aus in großen Teilen Ostwestfalens verkaufen. Darüber hinaus ist Berenbrinker bekannt für seinen Cateringservice, den er Kleingesellschaften von 20 Leuten genau so anbietet wie den Veranstaltern von Feiern oder Messen, zu denen mehr als 1000 Gäste kommen.

Besonders beliebte Erzeugnisse aus dem Hause Berenbrinker sind zum Beispiel Brat- und Dauerwürste, Produkte vom „Stroh-Schwein“ aus Westerwiehe und eingeweckte Speisen wie Rinderbraten, Hirschragout oder Zwiebelfleisch. „Die macht meine Mutter auch mit 84 noch sehr gut“, sagt Berenbrinker. Von 2020 an will er seine Ware zusätzlich über die Online-Plattform Wochenmarkt 24 anbieten, die regionale Lebensmittel verschiedener Erzeuger vermarktet.

Startseite