Schausteller wollen Fahrgeschäfte und Imbissstände von Mitte Juli bis Mitte August aufbauen

Freizeitpark an der Radrennbahn

Bielefeld (WB). Es soll „mehr sein als eine Kirmes“, was der Schaustellerverein Bielefeld jetzt plant, damit sich an der Radrennbahn wieder die Karussells drehen. Der Verein möchte von Mitte Juli bis Mitte August einen temporären Freizeitpark mit Riesenrad, Achterbahn und einem hohen Kettenkarussell aufbauen. Anwohner haben allerdings Bedenken.

Von Peter Bollig

An der Radrennbahn sollen sich in einem temporären Freizeitpark bald ein Riesenrad und Karussells drehen. Der Schaustellerverein hat dazu ein Konzept vorgelegt. Das Ordnungsamt muss es noch genehmigen und die Corona-Auflagen festlegen. Foto:

Andre Schneider, Vorsitzender des Schaustellervereins Bielefeld, wartet nur noch auf grünes Licht von der Stadt. Dort soll auch entschieden werden, mit welchen Auflagen angesichts der aktuellen Corona-Bedingungen ein Betrieb durchgeführt werden kann. Ein Konzept dazu steht, wie Schneider sagt. So soll das Kirmes-Gelände an der Radrennbahn eingezäunt werden, um Besucherzahlen kontrollieren zu können. Besucher würden gezählt, und an den Eingängen würden nur so viele Menschen eingelassen, wie es die Stadt vorgibt.

Risiko von 120.000 Euro

Statt der üblichen Kirmes verspricht Schneider eine Art Freizeitpark – ähnlich wie im Safaripark, „nur mit mehr Fahrgeschäften“. Zu den Fahrgeschäften kämen Imbissstände hinzu. Auch ein Biergarten ist geplant. Um eine Freizeitpark-Atmosphäre auf dem sonst kargen Platz hinzubekommen, soll eine Hamburger Firma die Dekoration übernehmen – einschließlich Begrünung mit Blumen und Bäumen.

Wie der Eintritt bezahlt wird, ist noch unklar: Denkbar sei, so Schneider, einen höheren Eintrittspreis von 25 bis 30 Euro zu nehmen. Der Zutritt zu den Fahrgeschäften wäre darin enthalten. Oder es werde ein geringerer Eintritt von „unter zehn Euro“ erhoben. Besucher müssten dann zusätzlich für die jeweiligen Attraktionen Tickets lösen.

„Wir tragen ein hohes finanzielles Risiko“, sagt der Chef der Bielefelder Schausteller. Auf rund 120.000 Euro würden sich die Kosten für Einzäunung, Platzreinigung, Sicherheitsdienst und die Miete an die Stadt belaufen.

„Die Schausteller möchten das gerne machen“, weiß Schneider. Man sei mit vielen im Gespräch, könne aber keine Zusagen machen, solange die Stadt den Freizeitpark nicht genehmigt habe.

Rat entscheidet Donnerstag

Die Entscheidung der Stadt steht noch aus. Auf Initiative mehrerer Fraktionen hin soll der Rat am Donnerstag das Vorhaben unterstützen – und die Verwaltung auffordern, das Gelände kostenlos zur Verfügung zu stellen. Allerdings, sagt SPD-Fraktionsgeschäftsführer Björn Klaus, gebe es Bedenken von Anwohnern hinsichtlich des langen Zeitraums. Die Fraktionen wollen durchsetzen, ihn auf drei Wochen zu begrenzen oder den Freizeitpark zwischenzeitlich für eine Fortsetzung ans Gleisdreieck umziehen zu lassen.

Für die Schausteller wäre der Freizeitpark eine Hilfe während der Corona-Zwangspause. Bis Ende August sind Kirmesveranstaltungen untersagt, fehlen Einnahmen aufrund der Absage aller Volksfeste. Sie hoffen, dass im September der Blasheimer Markt in Lübbecke stattfindet – als erste Veranstaltung nach der Corona-Pause. Deshalb soll der Freizeitpark an der Radrennbahn rechtzeitig am 20. oder 25. August enden. Der Verein hofft nun auf eine Zusage aus dem Rathaus, nachdem ähnliche Veranstaltungen in Dortmund, Paderborn und Düsseldorf genehmigt worden seien.

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