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Die neue EU-Fahrerlaubnis kommt – ADAC und Stadt Bielefeld geben Tipps, was jetzt zu beachten ist

 Führerschein-Umtausch: Erste Frist endet im Januar

Bielefeld

Ralf Collatz, Sprecher des ADAC OWL mit Sitz in Bielefeld, spricht angesichts der anstehenden Einführung des neuen EU-Führerscheins von „gewaltigen Zahlen“. Etwa 15 Millionen Papier-Führerscheine sowie rund 28 Millionen Scheckkartenführerscheine müssen in Deutschland in den kommenden Jahren umgetauscht werden. Übertragen auf Bielefeld wären das bis zu 220.000 Führerscheine, sagt Stadtsprecher Daniel Steinmeier.

Von Jens Heinze

Tschüss rosa Lappen, hallo Plastekarte, heißt es für viele Führerscheininhaber. Die ersten Fristen laufen bald ab. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Vom Pflichtumtausch sind alle vor dem 19. Januar 2013 ausgestellten Führerscheine betroffen, erklärt das NRW-Verkehrsministerium. Die erste Frist für die Geburtsjahrgänge 1953 bis 1958 mit einem alten Papierführerschein läuft am 19. Januar nächsten Jahres ab.

Um was geht es?

Führerscheine sollen künftig EU-weit fälschungssicher und einheitlich sein, sagt ADAC-Sprecher Collatz. Außerdem sollen alle Führerscheine in einer Datenbank erfasst werden, um Missbrauch zu vermeiden. Wichtig zu wissen für alle Fahrerlaubnis-Inhaber: Der neue EU-Führerschein wird nach 15 Jahren ungültig und muss neu beantragt werden.

Was wird umgetauscht?

Collatz: Alle Papier-Führerscheine, ausgestellt bis 31. Dezember 1998, sowie alle Scheckkartenführerscheine, ausgegeben zwischen 1. Januar 1999 und 18. Januar 2013, verlieren in den nächsten Jahren nach und nach ihre Gültigkeit. Der gesamte Umtausch soll bis zum 19. Januar 2033 abgeschlossen sein. Ein freiwilliger Umtausch des Führerscheindokumentes ist jederzeit auch vor dem in der Umtauschtabelle festgesetzten Datum möglich.

Wie läuft der Umtausch?

„Das ist recht kompliziert“, sagen Maik Heidemann und Günter Kuhlmeier vom ADAC OWL, die jetzt die Mitglieder in der Geschäftsstelle an der Eckendorfer Straße berieten. Die Fristen sind völlig unterschiedlich. Es ist wichtig, was für einen Führerschein man hat – den auf Papier oder eine Scheckkarte. Bei Papierführerscheinen kommt es auf das Geburtsjahr des Inhabers an. Bei den Scheckkarten kommt es auf das Ausstellungsjahr an.

Die Umtauschfristen

Wo wird umgetauscht?

Stadtsprecher Steinmeier: Der Umtausch der deutschen Führerscheine (Papier und Karte) kann sowohl in der Führerscheinstelle des Ordnungsamtes im Ravensberger Park als auch in der Bürgerberatung am Niederwall und in allen Bezirksämtern beantragt werden. Der Umtausch von ausländischen Führerscheinen erfolgt nur in der Führerscheinstelle.

Was ist zum Umtausch mitzubringen?

Ein biometrisches Passfoto, der alte deutsche Führerschein und Personalausweis oder Pass, informiert die Stadt Bielefeld im Internet. Das kostet 25,30 Euro, bei Expressbestellung (nur in der Fahrerlaubnisbehörde) sind 21 Euro Aufschlag fällig. Gezahlt wird in bar oder per Geldkarte. Das Beantragen des neuen Führerscheins muss persönlich erfolgen.

Wer muss wann umtauschen? Maik Heidemann (vorne) und Günter Kuhlmeier beraten in der ADAC-Geschäftsstelle an der Eckendorfer Straße Mitglieder zu ihren Fragen zum neuen EU-Führerschein. Foto: Jens Heinze

Wie lange muss auf den neuen EU-Führerschein gewartet werden?

Stadtsprecher Steinmeier: Aktuell beträgt die Bearbeitungszeit sechs bis acht Wochen. Manchmal kann es noch länger dauern, wenn die Papierführerscheine beispielsweise nicht in Bielefeld ausgestellt wurden und noch Daten von anderen Führerscheinstellen angefordert werden müssen.

Was passiert, wenn der Führerschein nicht umgetauscht wird?

ADAC-Sprecher Collatz: „Der Umtausch ist verpflichtend. Wer weiter mit seinem alten Pkw- oder Motorrad-Führerschein fährt und die Frist verstreichen lässt, riskiert ein Verwarnungsgeld von 10 Euro. Die Strafen im Ausland sind höher. Wichtig: Man begeht jedoch keine Straftat – anders ist das bei Lkw- und Bus-Führerscheinen. Im Ausland können Sie Probleme bekommen, wenn Sie nach Ablauf der Umtauschfrist weiter mit Ihrem alten Führerschein unterwegs sind.“

Gehen mit dem neuen EU-Führerschein die alten Rechte verloren?

ADAC-Sprecher Collatz: „Nach dem Umtausch stehen Sie nicht schlechter da als vorher. Mit der Umstellung Ihrer Fahrerlaubnisklassen alten Rechts werden im neuen Führerschein die Klassen bestätigt, die der bisherigen Fahrberechtigung entsprechen.“

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