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Bielefelder Fleischerei: Coronavirus und Personalfindung haben der Nachfolgefirma Probleme gemacht

Geschäftsbetrieb ruht bei Damisch

Bielefeld

Die Damisch Genuss Manufaktur, seit dem 1. Juni 2020 Nachfolgebetrieb der einst renommierten Fleischerei Damisch, hat mit ihren Läden an der Brackweder Hauptstraße und im Nahkauf an der Obernstraße nun auch ihre letzten beiden Geschäfte geschlossen. Wie und ob es überhaupt mit der Firma weitergeht, ist derzeit unklar beziehungsweise im Detail noch nicht öffentlich gemacht worden.

Markus Poch

Auch die Damisch-Filiale an der Brackweder Hauptstraße ist inzwischen geschlossen. Foto: Markus Poch

„Wir schließen endgültig“, steht allerdings unmissverständlich auf Zetteln, die in der Brackweder Filiale am Fenster kleben. Und weiter: „Leider haben wir durch Corona nicht die Einnahmen erzielt, die für eine Weiterführung des Geschäftsbetriebs nötig wären.“ Dieser Wortlaut lässt nichts Gutes erahnen, selbst wenn der Zettel verspricht, dass es „voraussichtlich demnächst“ mit einer bekannten Bielefelder Fleischerei weitergehen werde.

Während sich in Brackwede das Gerücht hält, die Damisch Genuss Manufaktur sei insolvent, betont Lars Wilczynski, Inhaber der Fleischerei Kohlstedde und Obermeister der Fleischer-Innung Bielefeld: „Der Geschäftsbetrieb bei Damisch ruht zwar, aber ein Insolvenzantrag ist bisher nicht gestellt worden.“ Alles andere sei reine Spekulation.

Wolfgang Isermann, nach Stefan Meyer letzter Geschäftsführer bei Damisch, sagte dem WESTFALEN-BLATT auf Anfrage, ihm sei nichts Näheres zur Zukunft des Betriebes bekannt. Er habe seine Geschäftsführertätigkeit zum 5. Januar niedergelegt, weil „wir da nicht so zusammen passten“.

Der im Juni 2020 eingesprungene Investor, eine mit den Damischs befreundete Familie, hatte sich durch einen abermaligen Geschäftsführerwechsel einen positiven Effekt erhofft – ähnlich wie bei einer Fußballmannschaft, die nach langer Durststrecke einen neuen Trainer bekommt. Aus dem Umfeld der Familie war jetzt aber zu erfahren, dass dieser Effekt ausgeblieben ist. Derzeit gebe es zwei Optionen: Entweder gelingt ein Neustart oder andere Betriebe aus der Branche übernehmen die Geschäfte. Die Verhandlungen seien noch nicht abgeschlossen. Die Zuletzt 22 Mitarbeiter sollen vorsorglich ihre Kündigungen erhalten haben. Nach Informationen dieser Zeitung sind bereits Damisch-Mitarbeiter für andere Fleischerbetriebe tätig.

Die 1965 von Fleischermeister Siegfried Damisch gegründete Fleischerei hatte, wie berichtet, am 17. Oktober 2019 erstmals Insolvenz angemeldet. Neben den damals fünf Bielefelder Filialen und dem Jahnplatz-Pavillon betrieb Damisch seinerzeit drei Geschäfte in den Hauptbahnhöfen Düsseldorf und Hannover sowie im Berliner Bahnhof Friedrichstraße. Diese schlossen im Zuge des Insolvenzverfahrens. Die Familie Damisch zog sich parallel aus dem Unternehmen zurück und betreibt heute nur noch den Imbiss auf dem Jahnplatz.

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