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Bielefelder Werkzeugmaschinenhersteller spürt Corona-Pandemie 2020

Gewinneinbruch bei DMG Mori

Bielefeld

Der deutsch-japanische Werkzeugmaschinenhersteller DMG Mori AG war die vergangenen Jahre erfolgsverwöhnt – ein Rekord folgte auf den nächsten. Im Corona-Jahr 2020 war alles anders:

Paul Edgar Fels 

Vorstandsvorsitzender Christian Thönes (links) und Masahiko Mori, Präsident des Mutterkonzerns DMG Mori Company, in der Fertigung vor Hightech-Werkzeugmaschinen. Foto: DMG Mori

Es gab heftige Einbrüche bei Umsatz, Auftragseingang und Gewinn. Zudem hat der Konzern mit Stammsitz in Bielefeld mehrere hundert Mitarbeiter abgebaut.

Konzernchef Christian Thönes spricht am Dienstag von einem Ausnahmejahr. Denn die Branche musste neben den Folgen durch die Corona-Krise auch die Konjunkturschwäche, geopolitische Unsicherheiten und den industriellen Strukturwandel etwa bei den Automobilherstellern wegstecken. Daher sei 2020 die weltweite Nachfrage nach Werkzeugmaschinen stark zurückgegangen.

Im April 2020 kam es zu einer temporären Teil-Betriebsruhe in den europäischen Produktionswerken sowie in Teilbereichen einiger Vertriebs- und Servicegesellschaften. Zudem hätten die im Jahresverlauf zunehmenden Reiserestriktionen das Service- und Ersatzteilgeschäft erschwert.

Der Auftragseingang erreicht 2020 nur noch 1,6 Milliarden Euro nach 2,56 Milliarden im Vorjahr – ein Minus von 38 Prozent. Der Umsatz liegt bei 1,8 nach 2,7 Milliarden – ein Rückgang um 32 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beläuft sich auf 81,7 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es noch 221,7 Millionen – ein Minus von 63 Prozent. Unter dem Strich verdiente das früher unter dem Namen Gildemeister bekannte Unternehmen 52,1 Millionen Euro – 66 Prozent weniger als 2019. „Das ist schon einschneidend“, räumt Vorstandsvorsitzender Thönes ein. Gleichwohl sei er angesichts einer Ebit-Marge von 4,5 Prozent (2019: 8,2 Prozent) nicht unzufrieden: „DMG Mori hat seine Prognosen erfüllt, hält Kurs und richtet sich zukunftsstark aus. Die Pandemie hat vieles beschleunigt. Vor allem die Automatisierung, Digitalisierung und Nachhaltigkeit.“ Das Unternehmen sei „strategisch und finanziell gut aufgestellt, um die Krise zu bewältigen und gestärkt daraus hervorzugehen“, so Thönes weiter.

Um Kosten zu reduzieren, habe der Konzern binnen Jahresfrist gut 500 Stellen abgebaut – von 7200 vor einem Jahr auf nunmehr rund 6700. Der Personalaufwand sei damit um mehr als 100 Millionen Euro reduziert worden. „Es gab keine Massenentlassungen“, betont Thönes. Und: Am Stammsitz Bielefeld sei die Zahl der Mitarbeiter mit rund 1000 gleich geblieben.

Im vierten Quartal (Oktober bis Dezember) lag der Auftragseingang bei 411 (Vorjahr: 555) Millionen Euro – ein Minus von 26 Prozent. Das Ebit belief sich auf 28,3 (67,3) Millionen. Thönes sieht aber Tendenzen zur Besserung und kündigt an: „Wir werden auch 2021 in jedem Quartal schwarze Zahlen schreiben.

Prognosen zufolge könne sich der weltweite Werkzeugmaschinen-Verbrauch 2021 langsam erholen.

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