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Top Act beim Leinewebermarkt: Duo »Glasperlenspiel« im Interview – Jahnplatz-Konzert

Glasperlenspiel: »Wir zaubern einen schönen Abend«

Bielefeld (WB). Das Elek­tropop-Duo »Glasperlenspiel« ist neben der Band »Mia« der Top Act beim Leinewebermarkt (30. Mai bis 3. Juni). Mit dem WESTFALEN-BLATT-Redakteur Stefan Biestmann sprechen die Sängerin Carolin Niemczyk und ihr Bandkollege Daniel Grunenberg über nervliche Anspannung, WM-Songs, Hermann Hesse und das Konzert am 30. Mai auf dem Jahnplatz.

Dynamisches Duo: Die Sängerin Carolin Niemczyk (27) und ihr Lebensgefährte Daniel Grunenberg (29/Keyboard und Gesang) bilden seit 2003 das Elektropop-Duo »Glasperlenspiel«. Sie erreichten Platz 4 beim Bundesvision Song Contest und singen die Titelmusik der RTL-Soap »Gute Zeiten Schlechte Zeiten«. Mit Hits wie »Echt«, »Nie vergessen« und »Geiles Leben« landeten sie Top-Ten-Hits. Auch ihr aktuelles Album »Licht & Schatten« schaffte es bis auf Platz 5. Foto: dpa

Mehr als 8500 Besucher hörten 2017 das Konzert von Wincent Weiss zum Auftakt des Leinewebermarkts. Können Sie das toppen?

Daniel Grunenberg: Schwer zu sagen. Da müssen viele Faktoren mitspielen, unter anderem das Wetter. Ich kann nur sagen: Wir haben richtig Bock zu spielen und hoffen, dass ganz viele Leute kommen. Und wir werden eine fette Show abliefern – mit einem neuen Programm und unserem neuen Album »Licht und Schatten«.

Carolin Niemczyk: Es ist immer ein tolles Gefühl, unter freiem Himmel bei einem Sommerfestival zu spielen. Die Atmosphäre ist einzigartig. Wenn man bei Sonnenuntergang auftritt, ist es etwas ganz Besonderes.

Sie waren schon 2015 Vorband bei Helene Fischers Tour – und sind da vor Zehntausenden aufgetreten. Wie groß ist die nervliche Anspannung vor solchen Konzerten?

Niemczyk: Die Aufregung ist immer da. Das ist auch normal, wenn man vor ein paar tausend Menschen steht. Wenn wir nicht aufgeregt wären, könnten wir aufhören, Musik zu machen. Man braucht diese Energie. Aber egal, wie aufgeregt ich vorher bin: Wenn ich auf der Bühne stehe, bin ich zu 100 Prozent da – und freue mich auf den Auftritt.

Was machen Sie gegen die nervliche Anspannung?

Grunenberg: Man hat jede Menge Adrenalin, gar keine Frage. Aber wir versuchen uns immer vorher zu sammeln, uns voll auf die Show zu konzentrieren und einfach Spaß zu haben.

Ihr Bandname geht auf einen Roman von Hermann Hesse zurück. Wie kam es zu dieser Idee?

Grunenberg: Es gibt ein Instrument, das wir immer dabei haben: eine Art elektronisches Glockenspiel. Dafür haben wir einen Namen gesucht und sind dann zufällig auf den Roman »Glasperlenspiel« von Hermann Hesse gestoßen. Wir haben den Roman gelesen und gemerkt, dass der Inhalt gut zu unseren Texten passt.

Sie sind ja auch privat ein Paar. Wie verbinden Sie Liebe und Beruf?

Niemczyk: Wir haben da eine gute Balance gefunden. Jeder lässt dem anderen Freiraum. Wir sind unterschiedliche Menschen, die sich sehr gut ergänzen. Ich bin mehr der textliche Part unserer Band, Daniel mehr der produzierende.

Grunenberg: Und in Stresssituationen ist es einfach schön, dass wir alles zusammen erleben und dass so viel Vertrauen zwischen uns besteht. Man hält sich gegenseitig den Rücken frei.

Singen Sie mit, wenn Ihre Hits wie »Geiles Leben« im Radio laufen?

Grunenberg: Das ist erst mal ein tolles Gefühl und schwer in Worte zu fassen, wenn man seine Songs im Radio hört . . .

Niemczyk: Aber deshalb auch mitsingen? Wir singen unsere Songs schließlich tausende Male – bei Proben, Studioaufnahmen und Konzerten. Deswegen bin ich froh, wenn ich da mal nicht mitsingen muss. Als unsere neue Single »Royals & Kings« vor einigen Wochen erstmals im Radio lief, war ich mit einer Freundin unterwegs. Ich habe mich so gefreut, dass ich danach total abgefeiert habe. Gerade bei neuen Songs ist man gespannt auf die Resonanz und glücklich, wenn das Lied dann im Radio läuft.

Einige Künstler bringen Songs auf den Markt in der Hoffnung, dass Sie zur Fußball-WM ein Hit werden. Ist das bei Ihrer Single »Royals & Kings« auch so?

Grunenberg: Wir haben es nicht darauf angelegt. Aber natürlich würden wir uns freuen, wenn die Fußballfans mit dem Lied feiern. Und da gibt es ja auch eine Textpassage, die gut passt: »Ich feier uns so, wie wir sind.« Also egal ob man Weltmeister wird oder vorher ausscheidet . . .

Frau Niemczyk, Sie waren zuletzt Jurorin der Castingshow »Deutschland sucht den Superstar«. Ist das für Talente das richtige Sprungbrett, um Karriere zu machen?

Niemczyk: Ja, wenn man es richtig nutzt. Wir haben mit Marie Wegener gerade eine tolle Gewinnerin mit sehr viel Talent. Aber viele verkennen: Wenn man eine Castingshow gewonnen hat, fängt die Arbeit erst an. Man muss sich überlegen: Was ist man bereit zu geben und einzustecken?

Kritiker monieren, dass in der Show Kandidaten bloßgestellt werden.

Niemczyk: »DSDS« ist eine Castingshow, die alles zeigt. Es sind die besten, aber auch die schlechtesten Kandidaten zu sehen. Das macht diese Sendung auch aus. Der Vorteil ist: Jeder kann mitmachen und vorsingen – egal ob er talentiert ist oder nicht. Und jeder weiß doch mittlerweile, was ihn dort erwartet.

Was verbindet Sie mit Bielefeld?

Grunenberg: An Bielefeld haben wir kaum Erinnerungen. Aber wir haben schon einmal bei den Gerry Weber Open in Halle gespielt. Wir wollen in diesem Jahr mal sehen, was die Bielefelder Spezialitäten und schönsten Lokalitäten sind. Das testen wir in jeder Stadt aus, die wir besuchen – wenn die Zeit bleibt.

Und was können die Besucher von Ihrem Konzert erwarten?

Niemczyk: Es wird alles dabei sein – von den alten Hits bis zu den neuen Songs, auf die wir uns ganz besonders freuen. Es ist das Größte, die Songs einer neuen Platte live spielen zu können.

Grunenberg: Wir wollen den Leuten einen richtig schönen Abend zaubern.

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