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Deutsche Bahn vermeldet guten Baufortschritt bei der Sanierung des Brackweder Bahnhofs

Gleise eins und zwei Ende 2019 fertig

Bielefeld-Brackwede (WB). Die mit veranschlagten 17 Millionen Euro aktuell teuerste Sanierungsmaßnahme der Deutschen Bahn (DB) im Raum Ostwestfalen-Lippe macht sichtbare Fortschritte: Das nördliche Umfeld des Brackweder Bahnhofs hat sich seit März in eine beträchtliche Baugrube mit nebenliegendem Materiallager verwandelt. »Unsere Arbeiten liegen im Plan«, sagt DB-Projektleiter Mutlu Cömez.

Markus Poch

Nördlich des Brackweder Bahnhofs (Gebäude hinten) sind derzeit tiefe Einblicke möglich. DB-Mitarbeiter legen dort die neuen Bahnsteigaufgänge und die Verschalung für die ersten Meter der kommenden Personenunterführung nach Quelle an. Foto: Markus Poch

»Der Bahnhof wird nach Abschluss der Modernisierung komplett barrierefrei sein«, lautet das DB-Versprechen. Allerdings ist die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme erst für den Jahresverlauf 2021 vorgesehen. Dass es noch so lange dauern soll, obwohl auf der 24-Stunden-Baustelle permanent bis zu zehn Arbeiter im Einsatz sind, liegt daran, dass alle Arbeiten »unter dem rollenden Rad«, wie die Bahn sagt, also bei laufendem Betrieb, passieren müssen.

Allein mit Teilsperrungen werde versucht, die meisten Bahnverbindungen aufrecht zu erhalten. »Für den Baufortschritt wäre natürlich eine Komplettsperrung des Bahnhofs über drei Monate am effektivsten. Allerdings ist das unseren Fahrgästen nicht zuzumuten. Daher bauen wir kundenfreundlich unter dem rollenden Rad. Und das braucht einfach mehr Zeit«, erklärt Mutlu Cömez.

Trotzdem wagt er eine positive Prognose: »Bahnsteig eins mit den Gleisen eins und zwei soll bis Ende 2019 soweit hergerichtet sein, dass er wieder angefahren werden kann.« Am derzeit gänzlich gesperrten Gleis eins ist der Baufortschritt am besten zu sehen: Auf einer Länge von 190 Metern wurde dessen Einstiegskante von ursprünglich nur 26 bis 30 Zentimetern auf einheitliche und jetzt barrierefreie 76 Zentimeter erhöht. Die Betonelemente, um am gegenüber liegenden Gleis zwei in Kürze Gleiches zu tun, stehen schon bereit.

Einstiegskante erhöht

Weil auf Gleis zwei tagsüber noch Schienenverkehr rollt, reißen Bauarbeiter die alte Bahnsteigkante dort stückchenweise in den Nachtstunden ab. Sobald die Bahnsteigkanten von Gleis eins und zwei das neue Niveau erreicht haben, wird der Zwischenraum laut Mutlu Cömez mit Kabelschächten, Entwässerungsleitungen und Leerrohren bestückt und verfüllt.

Seit der Fertigstellung der hölzernen Personenüberführung im Mai hat unter Bahnsteig eins parallel der Rückbau des 120 Meter langen Personentunnels nach Quelle begonnen. Das alte Treppenhaus mit der steilen Rampe für Radfahrer ist verschwunden. »Dort laufen jetzt die Schal- und Bewehrungsarbeiten für die neuen Außenwände«, sagt Cömez. Auch sei dort der erste der drei geplanten Aufzugsschächte bereits gesetzt worden.

Weitere Modernisierungen 2020

Das Jahr 2020 ist der Modernisierung des Bahnsteiges zwei mit den Gleisen drei und vier vorbehalten. Er soll nach gleichem Prinzip Stück für Stück wie Bahnsteig eins in Form gebracht werden. Der Neubau der Unterführung rücke begleitend vor, erklärt der Projektleiter. Bei Bahnsteig drei mit den Gleisen fünf und sechs halte sich der Sanierungsaufwand dagegen in Grenzen, weil dieses Bauwerk im Zusammenhang mit der Ertüchtigung der Bahnstrecke »Haller Willem« zuvor bereits teilmodernisiert worden sei. Dort müssten lediglich der Aufgang erneuert und der Aufzug eingebaut werden.

Bis zum Ende der Gesamtmaßnahme sollen alle Bahnsteige eine neue Beleuchtung und neue Bahnsteigausstattung wie Sitzbänke und Vitrinen erhalten. Der sanierte Personentunnel wird mit einer lang gestreckten Rampe als behindertengerechtem Zugang zum Bahnhofsvorplatz ausgestattet.

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