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Sanierung von St. Thomas Morus geht voran – Führung am Tag des offenen Denkmals

Großbaustelle Gotteshaus

Sennestadt (WB). Die katholische Kirche St. Thomas Morus ist kaum wiederzuerkennen. Gähnende Leere herrscht im Kirchinneren, das zudem finster wirkt, weil Pappen die meisten Glasfenster ersetzen. Doch die Sanierung geht mit großen Schritten voran. Im Dezember soll laut Architektin Linda Rasche-Schürmann der erste Gottesdienst gefeiert werden können.

Kerstin Sewöster

Der neue Fußboden aus Kohlplatter-Muschelkalk ist in St. Thomas Morus bereits verlegt. Waldemar Tonn (von links), Sven Schuster und Martin Klaus decken ihn mit schützenden Holzplatten ab. In den nächsten Monaten wird die Kirche komplett von innen eingerüstet. Foto: Kerstin Sewöster

Wer vorher einmal einen Blick auf die Baufortschritte werfen möchte, hat dazu am Tag des offenen Denkmals, 8. September, Gelegenheit. Linda Rasche-Schürmann und ihr Vater Christoph Heinrich Rasche-Schürmann erklären interessierten Bürgern dann Details der 1,7 Millionen Euro teuren Kirchensanierung. »Wir hoffen, dass St. Thomas Morus bis dahin als Denkmal eingetragen ist«, sagt die Architektin. Das katholische Gotteshaus in Sennestadt ist eine von fünf Kirchen in Bielefeld, die Denkmalstatus erlangen sollen.

Mosaik von Schwester Erentrud Trost versetzt

Der neue Fußboden aus Kohlplatter-Muschelkalk ist bereits verlegt. Die Fliesenelemente wurden in einem Halbrund gelegt und passen sich so der Grundform der Kirche an. »Jeder Stein hat andere Maße«, erläutert Architekt Christoph Heinrich Rasche-Schürmann. Gerahmt wird der neue Fußbodenbereich von einem breiten Original-Streifen aus Bruchmarmor, der erhalten wurde.

Der Chorraum ist komplett eingerüstet. Das Podest, auf dem der neue Altar sowie Ambo, beide werden von Pater Abraham Fischer geschaffen, ihren Platz bekommen werden, ist vorgezogen und rückt somit näher an die Gemeinde. Indes hat der alte Altar schon seinen neuen Platz in der Seitenkapelle bekommen. Allerdings musste sein Kern komplett neu gemauert werden, die alten Travertin-Fliesen wurden aber exakt dem Original entsprechend angebracht. In diesen Tagen wird die zwei Tonnen schwere Altarplatte aufgelegt.

Eine weitere wichtige Änderung ist gleich im Eingangsbereich zu bemerken. Das Heilige-Geist-Mosaik von Schwester Erentrud Trost wurde von einem Spezialunternehmen versetzt und befindet sich jetzt direkt über dem künftigen Taufbecken. Bodenstrahler sind bereits vorbereitet, damit die blau-schillernde Darstellung des Heiligen Geistes im rechten Licht erstrahlen kann.

Elektrische Leitungen müssen ausgetauscht werden

Das Thema Licht wird die Sanierer in den nächsten Monaten beschäftigen. Alle elektrischen Leitungen müssen in dem mehr als 50 Jahre alten Gotteshaus ausgetauscht werden. »Dafür müssen wir die ganze Kirche von innen einrüsten«, erklärt Linda Rasche-Schürmann. Sind die Elektriker fertig, bekommt die Kirche einen neuen Anstrich.

Zu den zeitaufwendigsten Arbeiten gehören die Säuberung und Ausbesserung der Glasfenster, die ebenfalls von Schwester Erentrud Trost gestaltet wurden. Linda Rasche-Schürmann: »Es sind 384 Fensterfelder mit einer Fläche von insgesamt 260 Quadratmetern.« Jedes Fensterfeld bestehe aus einzelnen, mit Blei eingefassten Scheibenelementen. Zum Teil seien Scheiben kaputt, zum Teil die Einfassungen, vor allem an der westlichen Wetterseite, zerstört. Sie werden durch Edelstahl ersetzt. Seit Beginn der Sanierung im vergangenen Jahr ist das Borchener Unternehmen Die Glasmaler mit der Fenstersanierung beschäftigt.

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