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Behörden melden kaum Verstöße – Bundespolizisten in Bielefeld im Einsatz

Große Maskenpflicht-Kontrolle im Bahnverkehr

Essen/Bielefeld (dpa/WB). Um kurz vor 12 Uhr ist die Bundespolizei an diesem Montag im Essener Hauptbahnhof noch gnädig: Ein Beamter weist eine ältere Dame im Eingangsbereich auf den fehlenden Mundschutz hin. Schnell setzt sie ihn auf – und er geht weiter. 150 Euro Bußgeld – eigentlich ohne Vorwarnung – drohen seit dem 12. August in Nordrhein-Westfalen dem, der in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Bahnhöfen und an allen Haltestellen keine Mund-Nase-Bedeckung trägt.

Am Bielefelder Hauptbahnhof kontrollieren Kräfte von Bundespolizei und Ordnungsamt die Maskenpflicht. Foto: Bernhard Pierel

Bei einer groß angelegten Aktion haben am Montag die Behörden unter Federführung des NRW-Verkehrsministeriums landesweit die Einhaltung der schon seit Ende April geltenden Maskenpflicht kontrolliert.

NRW-weit 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht

Etwa im Bielefelder und Dortmunder Hauptbahnhof: Bundespolizei, Ordnungsamt und Deutsche Bahn sind unübersehbar mit vielen Dutzend Mitarbeitern in Uniformen vor Ort im Fußgängertunnel und in der Halle. Trotzdem scheinen einige Menschen die Regel noch nicht verinnerlicht zu haben: Immer wieder halten Kontrollteams meist jüngere Menschen an, die ohne Maske unterwegs sind. Polizisten nehmen Personalien auf. Später werden sie an das Ordnungsamt weitergeleitet, das dann gegebenenfalls ein Bußgeldverfahren einleitet.

Bis zum späten Nachmittag verzeichnete das Verkehrsministerium NRW-weit 176 Verstöße gegen die Maskenpflicht. In Bielefeld mussten die Einsatzkräfte nur vereinzelt eingreifen, konkrete Zahlen konnte das Ministerium noch nicht präsentieren.

Gelegentlich gibt es Ärger

Ein Mann ohne Maske zeigt den Beamten ein ärztliches Attest. Auch das wird überprüft – mit einem Anruf in der Arztpraxis. Seit im Internet Formulare zum Selbstausfüllen auftauchten, ist die Polizei skeptisch.

An den Bahnsteigen ist die Lage ruhiger. „Alle Fahrgäste hatten Masken auf“, sagt Kundenbetreuer Sebastian Grewer (28) von der Nordwestbahn, der gerade in Essen in einem Zug der Linie RE14 die Fahrscheine kontrolliert hat. Das entspreche auch seiner sonstigen Erfahrung: „Der überwiegende Teil hat eine Maske auf – zumindest, wenn ich vorbeilaufe“, sagt er.

Manchmal gebe es aber auch Ärger. „Die Leute wollen sich das von uns nicht sagen lassen.“ Unter Umständen werde dann auch die Polizei gerufen, sagt Unternehmenssprecherin Karin Punghorst.

„Das trägt man jetzt“

Auf zwei Fahrten zwischen Essen und Dortmund haben an diesem Montag augenscheinlich fast alle Fahrgäste eine Maske auf – und ordnungsgemäß auch über die Nase gezogen. Nur ein Mann trägt den Schutz in seiner Hemdtasche – einem Schild „Das trägt man jetzt“ auf einer Trennscheibe gegenüber zum Trotz. Der Zugbegleiter, der auch bei Abellio Kundenbetreuer heißt, berichtet, dass Fahrgäste ohne Maske der Bitte nachkämen, „wenn man es sagt. Die sind alle kooperativ.“

Geht so, findet Abellio-Sprecherin Julia Limia y Campos: „Gerade in den letzten Wochen ist die Zahl der Masken-Muffel gestiegen.“ Von daher begrüße man die Aktion. Nach ihren Angaben ist angedacht, dass es noch weitere Schwerpunktkontrollen gibt.

Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ hatte die angekündigte Großkontrolle begrüßt und gleichzeitig „Augenmaß“ gefordert. „Es sollte nicht darum gehen, eine ältere Dame zu kontrollieren, die alleine an der Haltestelle sitzt.“

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