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Großeinsatz in der Innenstadt: Polizei überwältigt mutmaßlich alkoholisierten Mann

Bielefelder (63) zündet Gas in Krankenkassen-Filiale

Bielefeld

Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst sind am späten Donnerstagnachmittag zu einem Großeinsatz in der Bielefelder Innenstadt ausgerückt. Ein 63-jähriger Bielefelder hatte mit zwei Gasflaschen die Filiale der Barmer-Krankenkasse an der Nikolaus-Dürkopp-Straße betreten und gedroht, sie zu entzünden.

Von Christian Müller

Polizei, SEK-Kräfte, Feuerwehr und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Foto: Christian Müller

Der vermutlich alkoholisierte Mann betrat kurz vor 16 Uhr die Geschäftsräume und drohte den Angestellten mit einer Explosion. Die Mitarbeiter konnten die Polizei rufen, binnen kürzester Zeit umstellten Polizisten mit Maschinenpistolen das Gebäude. Die Marktstraße, die August-Bebel-Straße und die Nikolaus-Dürkopp-Straße wurden gesperrt. Beamte evakuierten das Eckgebäude, sodass der Täter schließlich allein im Gebäude war.

Die Feuerwehr, der Rettungsdienst und ein Spezialeinsatzkommando (SEK) wurden ebenfalls hinzugezogen. Als der offenbar alkoholisierte Mann gegen 16.45 Uhr tatsächlich eine Gasflasche aufdrehte und das ausströmende Gas mit einem Feuerzeug entzündete, konnten ihn Spezialkräfte der Polizei überwältigen und festnehmen.

Der 63-Jährige erlitt dabei leichte Brandverletzungen. Er wurde vor Ort medizinisch behandelt und unter Polizeischutz in ein Krankenhaus gebracht. Brandbekämpfer der Berufsfeuerwehr und der Löschabteilung Innenstadt hatten brennendes Mobiliar rasch abgelöscht und das Gebäude belüftet. An dem Inventar entstand leichter Sachschaden.

Der Einsatz und die weiträumigen Absperrmaßnahmen konnte gegen 17.30 Uhr beendet werden. Zwischenzeitlich hatte es an vielen Stellen in der Innenstadt lange Staus gegeben. Im Nachgang wurde das Gebäude bis in die späten Abendstunden von Kriminalpolizisten begangen. Es wurden Spuren gesichert, die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an. Nach derzeitigen Erkenntnissen liegt das Motiv im persönlichen Bereich.

Ob der 63-Jährige einem Haftrichter vorgeführt wird oder in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird, war am Abend noch unklar. Der Bereich des Tatorts wurde weiträumig abgesperrt, es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Stadtbahnlinien 3 und 4 konnten in dem Bereich nicht fahren.

Der Bereich um die Nikolaus-Dürkopp und August-Bebel-Straße ist weiträmig abgesperrt. Foto: Christian Müller

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