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Neujahrsempfang im Internet statt in der Bielefelder Hechelei

Grüne stimmen sich auf den Wahlkampf ein

Bielefeld

Ganz ohne persönlichen Kontakt sind die Bielefelder Grünen am Sonntag ins neue Jahr gestartet: Statt mit den üblichen rund 200 Gästen in der Hechelei feierten sie ihren Neujahrsempfang diesmal im Sozialen Netzwerk im Internet mit zeitweise gut 70 Teilnehmern.

Peter Bollig

Fraktionschefin Christina Osei und Vorstandssprecher Dominic Hallau haben am Sonntag den ersten digitalen Neujahrsempfang der Bielefelder Grünen moderiert. Foto: Peter Bollig

Im Jahr der Bundestagswahl wollte man trotz der Corona-Lage auf diese Tradition doch nicht ganz verzichten. Und so nutzte die Bielefelder Abgeordnete Britta Haßelmann, die erneut für den Bundestag kandidiert, ihre Videobotschaft, um die Wahlziele der Grünen zu formulieren: Verkehrspolitik, erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft und Kohleausstieg benannte sie als wichtige Handlungsfelder. „Wir haben weiter viel zu tun.“

Der Grünen-Landtagsabgeordnete Matthi Bolte – auch er im Wahlkampfmodus – konnte nach der Wahl des NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet zum CDU-Bundesvorsitzenden gleich beides: Mit der Landesregierung abrechnen und den potenziellen Kanzlerkandidaten angreifen: „Wegducken, abwiegeln, Wischiwaschi“, zog Bolte Bilanz, „wir brauchen aber eine Regierung, die führt und Vertrauen schafft.“ FDP-Schulministerin Yvonne Gebauer habe viele Chancen verpasst, einen verlässlichen Plan aufzustellen, mit dem Schulen durch die Pandemie kämen. Nach den Erfolgen bei der Kommunalwahl formulierte Matthi Bolte den grünen Führungsanspruch: „Wir können politische Verantwortung übernehmen.“ 2021 müsse „ein grünes Jahr werden“.

Für Christina Osei, neue Fraktionschefin der Grünen im Bielefelder Rat, war schon 2020 ein grünes Jahr. Die Kommunalwahl hätten die Grünen durch ihre Zuwächse gewonnen mit 15 Sitzen im Rat, vier grünen Bezirksbürgermeistern in den Stadtteilen und einer absoluten Mehrheit in Gadderbaum.

Gemeinsam mit Vorstandssprecher Dominic Hallau moderierte Osei den Neujahrsempfang im Studio vor den Kameras von Kanal 21, benannte wichtige Eckpunkte für die künftige Ratsarbeit: Mobilitätswende, Klimaschutz, Bildung, die Schaffung von Wohnraum und die Bewältigung der Pandemie. Zu den Koalitionsgesprächen mit SPD und Linken, die zu einem Mehrheitsbündnis im Rat führen sollen, sagte sie wenig: Sie freue sich auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Ein Detail verrieten die Moderatoren aber doch aus den Sondierungsgesprächen, als ein Teilnehmer des Empfangs nach den Plänen fragte, den Emil-Groß-Platz und die Wilhelmstraße zu autofreien Zonen zu machen. Christina Osei: „Das ist unser Ziel.“ Und Dominic Hallau: „Bei diesem Thema waren sich die Partner schnell einig.“

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