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Senner Genossenschaft erzielt 2017 eine Bilanzsumme von 77,2 Millionen Euro

GSWG baut, modernisiert und wächst

Bielefeld (WB). Die Gemeinnützige Siedlungs- und Wohnungsbaugenossenschaft Senne (GSWG) hat 2017 ihren Wachstumskurs mit der höchsten Bilanzsumme in ihrer 69-jährigen Geschichte fortgesetzt und sieht sich weiter im Aufwind. Gestern hat die Geschäftsleitung die Bilanz vorgestellt.

Peter Bollig

Die Jahresbilanz der Gemeinnützigen Siedlungs- und Wohnungsbaugenossenschaft Senne (GSWG) haben die Geschäftsführer Rainer W. Kolodziey (rechts) und Daniel Daldrup sowie Unternehmenssprecherin Katharina Alan präsentiert. Foto: Peter Bollig

Mit der Bilanzsumme in einem Umfang von 77,2 Millionen Euro hat die Senner Genossenschaft das vergangene Geschäftsjahr abgeschlossen. Die Geschäftsführer Rainer W. Kolodziey und Daniel Daldrup sprechen angesichts der Zahlen von einer starken Bilanz mit steigenden Ergebnissen bei gleichzeitigem Wachstum.

Dieses Wachstum gründet unter anderem auf Investitionen in bestehende und neue Immobilien. »Und die guten Ergebnisse kommen bei uns nicht durch ständige Mieterhöhungen, sondern aus dem Wachstumsprozess«, sagt Rainer W. Kolodziey. 4,1 Millionen Euro seien vor allem in Modernisierung und Instandhaltung geflossen. Unter anderem hat die GSWG am Pferdebrink 1,75 Millionen Euro in die Modernisierung von 20 Wohnungen gesteckt und vier neue Wohneinheiten im Dachgeschoss geschaffen.

Den Gebäudebestand verjüngt

In die Neubautätigkeit waren indes nur 0,4 Millionen Euro geflossen – 2016 war es elf Mal so viel –, »weil wir nicht so schnell investieren konnten wie wir wollten«, sagt Kolodziey. Aber es wurden Grundlagen für Zukäufe und Entwicklungen im aktuellen Geschäftsjahr gelegt. So wurden in diesem Jahr bereits 55 Wohnungen in sechs Häusern in Bielefeld und außerhalb der Stadt gekauft, darunter Gebäude, die zwischen 1998 und 2014 gebaut wurden. Rainer W. Kolodziey: »Das verjüngt unseren Baubestand.« 7,5 Millionen Euro seien so investiert worden.

Und die Bau- und Modernisierungstätigkeit läuft bereits weiter: Das Projekt »Oldewurtel-Park« mit 31 Mietwohnungen und einer Arztpraxis wird seit April realisiert. Am Kornblumenweg fließen 1,6 Millionen Euro in die Modernisierung von 24 Wohnungen. Unter anderem sollen auf dem Gelände der früheren katholischen Kirche in Windflöte ab Ende 2019 50 Wohnungen entstehen – eine Investition von zwölf Millionen Euro. Auf dem Grundstück des früheren Regiebetriebs der GSWG an der Lippstädter Straße sollen neun Wohnungen gebaut werden.

Als Vermieter sieht sich die Genossenschaft vor allem in der Pflicht, günstigen Wohnraum anzubieten: Mit 5,41 Euro pro Quadratmeter im Durchschnitt liege man unter der marktüblichen Miete. Wo modernisiert werde, würden Mieten bei bestehenden Verträgen nicht in dem Maß angehoben, wie es der Gesetzgeber zuließe. Erhöhungen lägen bis zu 40 Prozent unter diesen Möglichkeiten. »Wir wollen Rücksicht nehmen auf die Altmieter«, betont Kolodziey.

Vier Prozent Dividende

Wachstumskapazitäten sehen die Geschäftsführer für alle Unternehmen der GSWG-Gruppe mit ihren insgesamt 83 Beschäftigten. Hinderlich seien vor allem fehlende Planungskapazitäten und die Herausforderung, geeignetes Personal zu finden. Dass es angesichts der Baukonjunktur schwierig ist, kurzfristig Handwerksbetriebe zu beauftragen, habe man frühzeitig erkannt und die Mitarbeiter der GSWG-Tochter OWIT auf 40 Handwerker aufgestockt. Als Service- und Dienstleistungsgesellschaften wurden 2017 außerdem die OWID GmbH und die OWIS GmbH gegründet. Den viel beschworenen Mangel an Baugrundstücken sieht Rainer W. Kolodziey indes so nicht: Man müsse nur den Mut haben, Gebäude auch mal abzureißen, um neuen Wohnraum zu schaffen.

Die 1817 Mitglieder erhalten auch in diesem Jahr eine Dividende auf ihre Anteile. Wie in den Vorjahren hat die Mitgliederversammlung eine Ausschüttung in Höhe von vier Prozent genehmigt.

Die GSWG in Zahlen

Bei einer Bilanzsumme von 77,2 Millionen Euro (2016: 74,59 Millionen) hat die GSWG im vergangenen Jahr einen Überschuss von 743.000 Euro erwirtschaftet. Das ist bei Außerachtlassung außerordentlicher Erträge ein Anstieg um zehn Prozent. Bei Umsatzerlösen von 7,84 Millionen Euro (2016: 7,57 Millionen) stieg das Eigenkapital mit 22,63 Millionen auf 29,3 Prozent der Bilanzsumme.

4,1 Millionen Euro hat die GSWG im vergangenen Jahr in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung gesteckt. Aktuell plant die Genossenschaft Investitionen von 27,4 Millionen Euro in Neubauten und Objektkäufe. Der Wohnungsbestand der GSWG mit Firmensitz am Tulpenweg in Windflöte lag 2017 bei 1282. Die Fluktuationsquote lag bei 11,1, die Leerstandsquote bei 1,6 Prozent. Etwa 200 Wohnungsanfragen zählt die GSWG pro Monat, rund zehn freie Wohnungen stehen monatlich zur Verfügung. Die Zahl der Mitglieder ist von 1771 im Vorjahr auf 1817 im vergangenen Jahr gestiegen. Der Anteil der Mitglieder, die nicht Mieter der GSWG sind, liegt bei 16 Prozent.

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