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Casper feiert im ausverkauften Lokschuppen mit 2500 Fans beim „Zurück Zuhause Festival“

„Hände hoch und springen!“

Bielefeld (WB). „Ich will euch durchdrehen sehen, Bielefeld!“ ruft Casper und sein Wunsch wird erfüllt. 2500 Fans springen und singen auf sein Kommando, strecken die Hände in die Höhe, wenn es der Meister befiehlt.  

Kerstin Panhorst

Casper sorgte mal wieder für beste Stimmung im Bielefelder Lokschuppen. Foto: Bernhard Pierel

Bereits zum siebten Mal präsentierte der Rapper im Lokschuppen in seiner ehemaligen Heimatstadt Bielefeld das „Zurück Zuhause Festival“. Auch dieses Mal hatte Casper wieder einige befreundete Bands und Soloacts mit dabei. Bevor der Gastgeber selber die Bühne eroberte spielten der Chemnitzer Rapper Kummer, alias Kraftclub-Sänger Felix Brummer, die Bochumer Sängerin Amilli und die Berliner Rockband Pabst.

Mit 20 Minuten Verspätung ließ sich dann endlich Casper blicken, gerade noch bevor das beginnende Pfeifkonzert Fahrt aufnehmen kann. Doch sobald die Stroboskoplichter flackern wird gejubelt und die Handys werden erwartungsvoll in die Höhe gereckt, das Warten ist vergessen. „Es fühlt sich gut an zurück zu sein“ ruft Casper der Menge entgegen nachdem er mit „Alles ist erleuchtet“ seinen Auftritt begonnen hat. Dann folgt „Ascheregen“ und die Fans singen von der ersten Zeile, dem ersten Wort an mit – textsicher, laut, enthusiastisch.

Auch Marteria ist am Start

Er sei schon ein wenig nervös mal wieder solo auf der Bühne zu stehen, gesteht Casper, denn in der letzten Zeit habe er ja fast nur noch mit Marteria gemeinsam Konzerte gegeben. So ganz solo bleibt der  37-Jährige aber nicht – denn spannend ist jedes Jahr wieder beim Festival, wen Casper als Special Guest bei seiner persönlichen Jahresabschlussfeier auf die Bühne holt.

Felix Brummer, der ohnehin schon da ist, gesellt sich für „Ganz schön okay“ dazu, der Rapper Ahzumjot schaut für „Lass sie gehen“ vorbei. Für die gemeinsame Nummer „Keine Angst“ ist Drangsal in der Stadt und, wie könnte es anders sein, natürlich auch Marteria. Der wird von den Fans frenetisch gefeiert, vor allem nachdem er die Arminia-Prognose „Nächstes Jahr 1. Bundesliga, oder?“ abgegeben hat wollen die „Marten ist ein Bielefelder“-Rufe gar nicht mehr aufhören.

Gemeinsam mit Casper heizt er den Besuchern mit „Adrenalin“ und „Supernova“ richtig ein, bevor der Gastgeber ein wenig in Erinnerungen schwelgen darf. „Ich hab hier um die Ecke in einer Straße gewohnt“, erzählt Casper aka Benjamin Griffey über seine Bielefelder Zeit. Da habe er selbst hinter der Theke des damaligen Ringlokschuppens gearbeitet, „aber nur wenig Trinkgeld gekriegt, ich war sehr zickig“. Aus dieser Zeit geblieben ist sein Lied „20qm“, das dank der 2500 Fans seinen Stadionmoment erlebt. Danach heißt es wieder „Hände hoch und springen“ und als politische Geste auch „Mittelfinger hoch gehen Rassismus und Faschismus“. Aber vor allem heißt es wie in Caspers Hit „Alles endet, aber nie die Musik“ – zumindest für die mehr als fünf Stunden Festival.

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