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Medizinfakultät der Universität Bielefeld schließt die ersten 60 Verträge mit Lehrpraxen in OWL

Hausärzte bilden Studenten aus

Bielefeld

Für die Ausbildung von Medizinstudierenden hat die Universität Bielefeld Ende Juni erste Verträge mit hausärztlichen Praxen in Ostwestfalen-Lippe unterzeichnet. Die Studierenden werden dort ab dem 2. Fachsemester – also vom Frühjahr 2022 an – in Praktika und im Unterricht mit Patienten ausgebildet. Sie erleben damit unter anderem den hausärztlichen Alltag sowie die Lebensrealität chronisch kranker Menschen über das gesamte Medizinstudium hinweg.

Bearbeitet von Edgar Fels

In der Gemeinschaftspraxis Faust, Ferekidis und Gottschalk in Detmold (von links): Bettina Leeuw, Universität Bielefeld, Dr. Christiane Ferekidis, Arne Faust und Dr. Anja Bittner, Studiendekanin an der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld. Foto: Oliver Krato

Aktuell haben etwa 60 Praxen einen Vertrag von der Universität Bielefeld erhalten. Bis 2025 soll das Netzwerk auf insgesamt 300 Lehrpraxen anwachsen. Ein Team der Medizinischen Fakultät OWL hat die ersten Lehrpraxen in Detmold und Bielefeld besucht.

„Uns geht es darum, die Zukunft der Allgemeinmedizin in Ostwestfalen-Lippe zu sichern“, schildert Dr. Sabine Lankes, Fachärztin für Allgemeinmedizin im Bielefelder Stadtbezirk Brackwede, ihre Motive, als Lehrpraxis zu fungieren. „Wir wollen Begeisterung für unser Fach wecken und uns für den Nachwuchs engagieren“, ergänzt ihr Mann Dr. Hans-Georg Lankes, Facharzt für Innere Medizin.

Die beiden Ärzte sind bereits seit 2016 auch Lehrpraxis der Ruhr-Universität Bochum (diabetologische Schwerpunktpraxis) und bieten nicht nur Praktikanten, sondern auch Ärzten in Weiterbildung einen Platz. In Brackwede gebe es noch weitere Praxen für Allgemeinmedizin, die über kurz oder lang eine Nachfolgeregelung treffen müssen. „Vielleicht finden die Studierenden während der Blockpraktika Gefallen am Beruf als Hausärztin oder Hausarzt und lassen sich hier in der Region nieder“, sagt Hans-Georg Lankes.

Arne Faust (51), Allgemeinmediziner in Detmold: „Wir bilden seit zehn Jahren angehende Mediziner in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule Hannover aus. Da wir großen Nachwuchsmangel in Ostwestfalen-Lippe spüren, ist es für uns selbstverständlich, auch Studierende der Universität Bielefeld aufzunehmen.“ Zusammen mit seiner allgemeinmedizinischen Kollegin Dr. Christiane Ferekidis (52), einer weiteren Allgemeinmedizinerin sowie einem Internisten decken sie zu viert in ihrer Gemeinschaftspraxis ein breites Behandlungsspektrum ab. Spezialisiert sind sie auf Palliativmedizin, Chirotherapie, Rettungsmedizin, Suchtmedizin und kardiologische Erkrankungen.

„Klinikärztinnen und -ärzten fehlt manchmal die hausärztliche Perspektive“, sagt Arne Faust. Das möchte er ändern und dazu beitragen, dass angehende Ärzte in Bielefeld die Chance bekommen, die ambulante Medizin in all ihren Facetten kennenzulernen.

Zufrieden ist auch die Uni Bielefeld. „Wir sind dankbar für die Kooperation und setzen auf eine gute Zusammenarbeit mit dem Lehrpraxen-Netzwerk“, sagt Professorin Christiane Muth, die an der Medizinischen Fakultät OWL die Arbeitsgruppe für Allgemein- und Familienmedizin leitet.

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