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Statt Regelbetrieb gibt’s in vielen Bielefelder Schulen erst mal Hitzefrei

Heißer Start in den Unterricht

Bielefeld (WB). Für einen großen Teil der Bielefelder Schüler war die Rückkehr in den Unterricht nach den Ferien eine ebenso heiße wie kurze Angelegenheit. Der erste Tag Regelunterricht nach der fünfmonatigen Corona-Zwangspause lief – dank Hitzefrei – alles andere als regulär. Dazu trug auch die Maskenpflicht bei.

Peter Bollig

Bei Raumtemperaturen um die 30 Grad ist für die meisten Schüler nach der vierten Stunde Schluss. Foto: dpa

Für viele Schüler war angesichts steigender Raumtemperaturen schon nach der vierten Stunde um 11.30 Uhr Schluss. So etwa an der Martin-Niemöller-Gesamtschule in Schildesche. „Wir wollen die Kinder ja nicht quälen“, sagte der kommissarische Schulleiter Frederik Suchla. Die Entscheidung dazu fiel bereits am Vortag. „Wir haben am Dienstag um 11 Uhr mal im kühlsten und im wärmsten Raum gemessen“, berichtete Suchla. Das Ergebnis: „29 bis mehr als 33 Grad.“ Mit Blick auf den Wetterbericht und bessere Planbarkeit in den Familien wurde entschieden, dass alle Kinder und Jugendlichen der Niemöller-Gesamtschule nach der vierten Unterrichtsstunde nach Hause gehen dürfen. Das gilt auch für Donnerstag.

Schule in der „Zwickmühle“

Das war den Lehrern auch angesichts der zusätzlichen Belastung durch die Maskenpflicht als landesweite Corona-Maßnahme wichtig. Und die wurde in der Gesamtschule am ersten Tag offenbar gut umgesetzt. „Die Schüler machen das sehr diszipliniert“, freute sich Frederik Suchla, der das Amt des kommissarischen Schulleiters Anfang August nach dem Wechsel von der Sekundarschule angetreten hat und die Schule leitet, bis es eine abschließende Personalentscheidung für die vakanten Stellen des Rektors und des Konrektors gibt.

Am Ceciliengymnasium war ebenfalls am Vortag entschieden worden: Zumindest die Schüler der Sekundarstufe I dürfen nach der vierten Stunde nach Hause. Die meisten Oberstufenschüler machten ebenfalls früher Schluss, aber aufgrund des Zeitplans der Leistungskurse nach Jahrgangsstufen gestaffelt, wie die Direktorin Dr. Julia Litz sagte. Die ältesten Schüler konnten als letzte nach der siebten Stunde die Schule verlassen. Weil am Donnerstag erneut Temperaturen bis 31 Grad erwartet werden, ist am Ceci dann für sämtliche Jungen und Mädchen nach der vierten Stunde der Unterricht vorbei.

Das Helmholtz-Gymnasium indes hat den Unterricht am ersten Tag nach Plan durchgezogen. „Das war sicher eine Belastung“, räumte Schulleiter Joachim Held ein, man habe aber gut gelüftet und auch schattige Plätze draußen genutzt. Man sei „in einer Zwickmühle“, weil Unterricht mit Maske bei der Hitze sicher eine Herausforderung, andererseits gerade am ersten Schultag viel zu organisieren gewesen sei. Daran habe es von einigen Eltern Kritik gegeben, sagte Held. Er ist sich aber auch sicher, dass vielen Eltern ein regulärer Schulstart jetzt wichtig sei. Und: Weil nicht klar sei, ob coronabedingt Schüler bald wieder auf Distanz unterrichtet werden müssten, müsse auch dazu einiges vorbereitet werden. Allerdings soll an diesem Donnerstag der Unterricht spätestens nach der sechsten Stunde enden.

Julia Litz vom Ceci zieht zum Tag eins der Maskenpflicht eine positive Bilanz: „Das lief besser als erhofft. Maskenverweigerer gab es bei uns nicht“ – nur zwei Schüler, die ihren Mund-Nasen-Schutz vergessen hatten. Sie hätten sich gleich gemeldet und seien von der Schule entsprechend ausgestattet worden. Die Schüler würden die Masken nicht nur akzeptieren, der Schutz sei vielen auch wichtig aufgrund der Nähe zu Sitznachbarn oder Vorerkrankungen in der Familie.

Kreative Lösungen für maskenfreien Unterricht

Von den Lehrern seien am Ceci die meisten an Bord. Vier Pädagogen mit erhöhtem Risiko seien zu Hause geblieben, würden den Präsenzunterricht der Kollegen von dort aus unterstützen. Weil Referendare Stundenkontingente erhöht, Lehrer in Teilzeit ihre Stunden aufgestockt hätten, könne weitestgehend nach Plan unterrichtet werden.

Auch im Amt für Schule gab es zum ersten Schultag keine Meldungen über Probleme mit der Maskenpflicht. Der ein oder andere Mund-Nasen-Schutz sei zu Hause vergessen worden, weiß Amtsleiterin Georgia Schönemann. Ansonsten arbeiteten die Schulen an Konzepten, wie trotz der Masken optimal unterrichtet werden könne. „Kreative Lösungen“, nennt das auch Gesamtschulleiter Frederik Suchla. Falls es mal Themen gebe, bei denen die Maske störe, könnten die Klassen eben auch nach draußen gehen, wo es Platz gebe, um auf Abstand gehen und die Maske mal ablegen zu können.

Weniger schwierig ist der Umgang mit der Maske an den Grundschulen, weil die Schüler dort den Mund-Nasen-Schutz an ihren Plätzen ablegen dürfen. „Wir haben also eine maskenfreie Zeit“, sagte Oliver Pape, Leiter der Hans-Christian-Andersen-Grundschule in Sennestadt. Auch dort ist die Hitze die größere Belastung. Aufgrund von Umbauarbeiten fehlt noch ein Sonnenschutz. Daher war auch dort am ersten Schultag um 11.30 Uhr Schluss.

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