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Bielefelder Schulen haben noch nicht alle I-Pads ausgeliehen

Hemmnis Haftungsfrage

Bielefeld

10.000 I-Pads wurden in Bielefeld angeschafft, um Schüler, die nicht über eine ausreichende technische Ausstattung verfügen, beim Distanzunterricht zu unterstützen. Doch an manchen Schulen läuft die Ausgabe nur schleppend.

Ulrike Ellerbrock

Die Ausgabe der neuen I-Pads für das Homeschooling läuft an einigen Schulen noch schleppend Foto: imago images

Der Bedarf an den einzelnen Schulen wurden anhand des Bildungsberichts aus dem Jahr 2018 ermittelt, wie Georgia Schönemann, Leiterin des Amts für Schule, mitteilt. So hat die Friedrich Wilhelm Murnau-Gesamtschule in Stieghorst beispielsweise 530 I-Pads erhalten, erklärt Schulleiter Frank Ziegler. Zur Zeit sind noch etwa 70 Tablets für bedürftige Schüler verfügbar.

Das Problem beim Verleih der Geräte sieht Ziegler in der Frage der Haftung: „Die Eltern müssen im Leihvertrag unterschreiben, dass sie bei Beschädigung oder Verlust haften. Aber bei einem Wert von etwa 400 Euro zögern viele.“

Leider hätten Nachfragen ergeben, dass die I-Pads nicht über die normale Privathaftpflichtversicherung, über die viele Haushalte verfügen, abgesichert sind. Wenn Eltern dann noch für mehrere Schulkinder Geräte ausleihen müssten, kämen sie leicht auf einen vierstelligen Betrag, so Ziegler.

Der Schulleiter hat versucht, mit der Stadt Bielefeld als Schulträger eine Lösung zu finden, um die Haftung zwischen der Stadt und den Eltern zu teilen: „Da heißt es aber, dass die Stadt sich dafür nicht zuständig sieht“, sagt Ziegler. Aus seiner Sicht sei es aber nicht Aufgabe jeder einzelnen Schule, sondern müsse vom Schulträger geregelt werden.

Georgia Schönemann erklärt dazu: „Wir haben die Mittel, die uns für die Anschaffung der Geräte zur Verfügung standen, voll ausgeschöpft. Der Schulträger stellt aufgrund der Förderrichtlinie den Schulen die Geräte zur Verfügung.“ Wie dann die Ausgabe ablaufe, sei Sache der Schulen. „Wir haben den Schulen einen Handlungsleitfaden für die Inbetriebnahme bereitgestellt. Die Geräte gehören dann zum Schulinventar.“

Zur Frage der Haftung betont Schönemann, dass der Leihvertrag gemeinsam mit dem Rechtsamt erstellt worden sei: „Es gelten die gleichen Regeln wie bei einem Schulbuch. Das muss ja auch ersetzt werden, wenn es beschädigt wurde oder verloren geht.“ Ihr seien bisher keine Probleme in dieser Sache gemeldet worden. „Wir werden in der nächsten Zeit einfach auch Erfahrungen sammeln“, sagt sie.

Neben den I-Pads für die Schüler hat die Stadt zusätzlich auch 4000 Geräte für die Lehrer angeschafft, damit diese für den Distanzunterricht ausgestattet sind. „Für die Lehrkräfte der allgemeinbildenden Schulen wurden Tablets angeschafft. Die Lehrkräfte an den Berufskollegs wurden mit Laptops ausgestattet. Bei der Zahl der Geräte wurden auch angehende Lehrkräfte berücksichtigt, so dass auch hier die Mittel vollumfänglich ausgeschöpft wurden“, erklärt die Leiterin des Amts für Schule.

Die Tatsache, dass beispielsweise Fördervereine einzelner Schulen weitere Tablets gekauft haben, damit die Lehrer ihren Unterricht als Distanzunterricht abhalten können, begrüßt Schönemann, und bietet ihrerseits Unterstützung bei der Beschaffung an, damit die Geräte in die jeweiligen Strukturen integriert werden könnten.

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