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Neue »Rad-Parks« am Ishara und der Stadthalle werden kaum genutzt

Hier sind noch Plätze frei

Bielefeld (WB). Lange war um die zusätzlichen Fahrrad-Abstellmöglichkeiten gerungen worden. Jetzt herrscht in den neuen Rad-Parks an der Joseph-Massolle-Straße und an der Stadthalle gähnende Leere.

Michael Schläger

Nutzerinteresse gleich Null: der neue Rad-Park an der Joseph-Massolle-Straße. Foto: Thomas F. Starke

»Die Parkplatzvernichter von Mobiel sind schon am Werk und haben wertvolle oberirdische Parkplätze für die Besucher des Bahnhofs mit einem Gitterkäfig blockiert«, schreibt WESTFALEN-BLATT-Leser Gerhard Oberwittler und liefert gleich ein Bild vom leeren »Fahrradkäfig« an der Nahariyastraße mit. »Bei meinen verschiedenen Besuchen zu allen möglichen Zeiten ist es mir bisher nicht gelungen, ein Rad oder einen Nutzer zu entdecken.« Für ihn sind die Rad-Parks ein Ärgernis und er fragt sich, wer für diese »offensichtliche Fehlplanung« verantwortlich ist.

Seit Anfang des Monats sind die Anlagen in Betrieb. Der Rad-Park am Hauptbahnhof befindet sich auf dem Parkstreifen an der Mobiel- Radstation in der ehemaligen Hauptpost, gleich gegenüber der Stadthalle, und bietet Platz für 56 Fahrräder. Vier Autoparkplätze mussten dafür weichen. Der Radpark Ishara besteht aus zwei Einhausungen mit je 46 Stellplätzen, ist auf der Rückseite des Bahnhofs angesiedelt. Dort fallen jetzt acht Kurzzeitparkplätze für Autos weg. Errichtet wurden die Anlagen von der Stadt. Knapp 150.000 Euro wurden dafür ausgegeben. Betreiber sind die Verkehrsbetriebe Mobiel über ihre Radstation im früheren Postamt.

»Ausschließlich Jahreskarten erhältlich«

»Für beide Rad-Parks sind ausschließlich Jahreskarten erhältlich«, sagt Mobiel-Sprecherin Birgit Jahnke. Aktuell seien zehn solcher Jahreskarten verkauft worden. Die gibt es für 70 Euro in der Radstation. Wer ein Mobiel-Abo vorweisen kann, bekommt 20 Prozent Rabatt.

Zugang zu den Anlagen bekommt man mit einem ausgehändigten Schlüssel. »Das Angebot ist noch neu«, betont Jahnke. »Es muss sich erst herumsprechen.« Außerdem seien jetzt Herbstferien. Sie rechnet in den kommenden Wochen mit einem wachsenden Nutzerintresse. Mobiel werde die Anlagen zusätzlich bewerben.

Die leeren Käfige stehen im Gegensatz zu den mehreren hundert wild um den Hauptbahnhof abgestellten Rädern. Auch die 200 Plätze, die in der provisorischen Radstation an der Nahariyastraße angeboten werden, können das Aufkommen nicht auffangen. Dort können die Räder auch tageweise sicher für 70 Cent abgestellt werden, allerdings nur während der regulären Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 7.30 Uhr bis 10.30 Uhr und von 16 Uhr bis 19 Uhr Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 11 Uhr bis 15 Uhr). »Dauerparker« erhalten eine Chipkarte und können ihre Räder so rund um die Uhr holen oder bringen.

Bedarf von bis zu 4000 zugangsgesicherten Stellplätzen für Fahrräder

Einen Bedarf von bis zu 4000 zugangsgesicherten Stellplätzen für Fahrräder sieht die Machbarkeitsstudie des von der Stadt beauftragten Unternehmens Teamred (Berlin) im Bereich des Hauptbahnhofes vor. Kurzfristig – innerhalb von drei Jahren – wird der Bau »einer modernen, attraktiven Radstation am alten Standort« empfohlen. Doch konkret sind die Pläne bisher nicht. Mobiel-Chef Martin Uekmann sieht großen Bedarf auch im Bereich des Neuen Bahnhofsviertels. Wer aus dem Bielefelder Westen mit dem Rad zum Bahnhof komme, wolle den nicht erst kompliziert umrunden, findet er. Doch für ein solches Fahrradparkhaus müsste erst einmal ein geeigneter Standort gefunden werden.

Am Donnerstag war die »Strategiegruppe Rad« der Stadt auf Exkursion in Utrecht, um sich Anregungen zu holen. Dort ist gerade das größte Fahrradparkhaus der Welt mit 5000 Stellplätzen in Betrieb gegangen.

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