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Jeder Bielefelder gibt rein statistisch 7365 Euro im Handel aus

Hohe Frequenz treibt die Ladenmieten nach oben

Bielefeld (WB). In der Bielefelder Innenstadt werden seit Jahren überdurchschnittliche Mietpreise in 1a-Lage erzielt. Das ist ein Ergebnis der sogenannten City-Life-Facts, die das Osnabrücker Unternehmen Lührmann erhoben hat – in insgesamt 131 deutschen Städten von A wie Aachen bis W wie Würzburg.

Burgit Hörttrich

1a-Lage: Zwischen Zimmerstraße und Jahnplatz werden die höchsten Ladenmieten gezahlt. Dort ist die Passantenfrequenz besonders hoch. Die Niedernstraße in der Altstadt wird als „Niveaulage“ in einer Untersuchung gelobt. Foto: Thomas F. Starke

Der Mietpreis gilt als einer der wichtigsten Indikatoren für die Attraktivität eines Standortes. Dieser Erkenntnis aus der Untersuchung 2018/19 stimmt Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Ostwestfalen-Lippe, zu. Kunz sagt aber auch: „Spitzenmieten können sich nur Filialisten leisten. Solch’ hohe Mieten zu zahlen, ist für inhabergeführte Geschäfte schwierig bis unmöglich.“

Als absolute 1a-Lage gilt laut Untersuchung der Bereich entlang der Bahnhofstraße zwischen Zimmerstraße und Jahnplatz. Dort würden Spitzenmieten von bis zu 155 Euro pro Quadratmeter und Monat gezahlt – für eine Fläche von bis zu 120 Quadratmetern und maximal sechs Meter Front. Für Ladenflächen bis zu 1500 Quadratmetern werden 45 Euro pro Quadratmeter fällig.

Mietpreisentwicklung über dem Durchschnitsswert

Die Niedernstraße wird in der Untersuchung als „absolute Niveaulage“ beschrieben. Bezahlt würden dort Mieten zwischen 82 und 41 Euro pro Quadratmeter.

Die Mietpreisentwicklung in Bielefeld in den sogenannten 1 A-Lagen der Innenstadt liegt laut Lührmann zwischen 2009 und 2018 bei Ladenlokalen aller Größen immer über dem Durchschnittswert der 131 untersuchten Städten.

Thomas Kunz geht davon aus, dass in Bielefeld in der Region die höchsten Ladenmieten gezahlt werden. Als Grund nennt er die „Attraktivität des Standortes durch die hohe Passantenfrequenz“. Der Einzelhandelsumsatz pro Bielefelder und Jahr (2018) liegt mit rein statistisch 7365 Euro allerdings unter dem nordrhein-westfälischen Schnitt mit 7814,95 Euro. Damit liegt Bielefeld auf der Liste der 131 Städte auf Rang 75, beim Gesamt-Einzelhandelsumsatz dagegen sogar auf Rang 19.

In der Innenstadt an den Fußgängerzonen stellen örtliche Einzelhändler, also inhabergeführte Geschäfte, nur 35 Prozent aller Läden, 65 Prozent sind Filialisten.

Untersucht wurden ausschließlich die 1a-Lagen

Den mit weitem Abstand höchsten Anteil an der Zahl der Kaufhäuser, Fachgeschäfte und Boutiquen in 1a-Lage stellt der Textilhandel mit 32,8 Prozent. Bielefeld steht damit auf Rang zehn der 131 untersuchten Städte. Rang 118: Lebensmittel (3,4 Prozent), Rang 111 Bücher (0,9 Prozent). Es gibt mit jeweils sechs Prozent so viele Schuhgeschäfte in 1a-Lage wie Telefon-Shops. Schmuck zieht ebenfalls gleich, gefolgt von Sportartikeln (2,6 Prozent). Gastronomie nimmt 8,6 Prozent der Ladenflächen ein.

Untersucht wurden ausschließlich die 1a-Lagen – das reicht bis zum Alten Markt; für die Fußgängerzonen Rathausstraße, Obernstraße, Goldstraße oder Stresemannstraße liegen keine Erhebungen vor.

Thomas Kunz sieht den Status Bielefelds als Oberzentrum durch die Zahlen bestätigt. Er hofft, dass sich das auch weiterhin in den letzten Tagen vor Weihnachten zeigt. Kunz rechnet mit einem „extrem starken“ Samstag: „Am Montag haben schon viele Menschen arbeitsfrei – dann kommen die Last-Minute-Käufer.“

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