1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Holländischer Griff gegen »Dooring«

  8. >

Lebensgefahr für Radler durch geöffnete Autotüren: »Paprika« schlägt Kampagne vor

Holländischer Griff gegen »Dooring«

Bielefeld (WB/uko). Die Paprika-Koalition macht sich gegen das »Dooring« und für den »Holländischen Griff« stark: Für noch unwissende Autofahrer bezeichnet das das unkontrollierte Öffnen einer Tür, das für nachfolgende Radler lebensbedrohlich sein kann. Abhilfe, so die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Bürgernähe/Piraten könne das Öffnen mit der jeweils abgewandten Hand sein.

Tür auf! Für Radler lebensbedrohlich. Foto: Imago

Als erstes Gremium soll sich am Dienstag, 26. Juni, der Stadtentwicklungsausschuss mit dem neuen Verkehrs-Phänomen befassen. »Wir hoffen auf eine Kampagne, die gemeinsam mit dem Netzwerk Verkehrssicherheit initiiert werden sollte«, meint Hans-Jürgen Franz für die SPD-Fraktion.

Anlass seien die bundesweit mittlerweile fast 2300 verletzten und sogar 20 getöteten Radfahrer, denen die Unachtsamkeit der Autofahrer zu einem schicksalhaften Verhängnis wurde: Ein Personenwagen hält neben der Fahrbahn in einer eng bebauten Straße. Der Fahrer öffnet die Fahrertür, ohne sich durch einen Schulterblick über den nachfolgenden Verkehr zu orientieren und versperrt damit den Weg eines von hinten kommenden Radlers. Die Kollision ist programmiert, da ein Ausweichen des Radfahrers nicht möglich ist. Schlimme Verletzungen sind unausweichlich.

Tür mit der rechten Hand öffnen

Ebenso kann dieser Vorfall auf der Beifahrerseite passieren, wenn die geöffnete Tür den Radstreifen blockiert. Unfall-Experten nennen den Vorgang »Dooring« (englisch Door = Tür). Aus den Niederlanden kommt dafür die Gegenmaßnahme, das ist der »Holländische Griff«: Soll heißen, dass der Autofahrer seine Tür mit der rechten Hand, der Beifahrer eben umgekehrt mit der linken Hand öffnet. Verbunden damit ist in jedem Fall das Drehen des Körpers nach hinten, was auch die Blickrichtung ändert.

Die Idee zu dem Antrag kommt von der Fraktion Bürgernähe/Piraten, die den steigenden Unfallzahlen in Bielefeld »bei zunehmender Verkehrsdichte« vorbeugen will. Sie erinnert damit auch an den traurigen Unfall einer Radlerin auf der Stapenhorststraße, die mit einer Autotür kollidierte und schwere Verletzungen erlitt.

Hans-Jürgen Franz erhofft sich mit der Kampagne gegen das »Dooring« durch Plakate oder in den sozialen Medien einen wichtigen Beitrag zur Prävention im Verkehr – und vor allem eine Steigerung des Problembewusstseins auch für die Sicherheit der Radfahrer.

Startseite