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Friedrich Herrmann siegt im Audimax

Hörsaal-Slam verliert erstmals Zuschauer

Bielefeld (WB). Über drei Stunden vor Einlassbeginn sitzen die ersten Studenten am Donnerstag vor dem Audimax, um einen guten Platz beim begehrten Hörsaalslam zu ergattern.

Berit Kruse

Friedrich Hermann hat den Hörsaal-Slam gewonnen. Foto: Mike-Dennis Müller

Spätestens seit Julia Engelmanns Riesenerfolg hat der Slam nationale Berühmtheit erreicht. In diesem Jahr war die Veranstaltung zum ersten Mal nicht voll besucht. »Es gab dieses Mal weniger Werbung und die Bahn hat heute auch Probleme gemacht«, erklärt Alexandra Petrusch (Fachschaft Linguistik und Literaturwissenschaften), die den Slam gemeinsam mit Campus TV organisieret. »Nach Hause schicken mussten wir jedenfalls mal niemanden.« 1100 Zuschauer seien diesmal gekommen – immer noch ein zufriedenstellendes Ergebnis für das Organisatorenteam.

Moderiert hat die Veranstaltung David Friedrich – bekannt aus dem Teilnehmerfeld 2017. Der erste Auftretende Rainer Holl punktet im Audimax mit einem urkomischen Text mit dem Titel »Träume nicht dein Leben, sondern halt einfach dein Maul«.

»First World Problems« zum Start

Darin schimpft er über die den Studierenden wohl bekannten »First World Problems«. Die Hamburgerin Victoria Helene Bergemenn setzt zu Beginn ihres Textes ein Statement mit der Aussage »Manche Leute sind einfach hässlich«. Ihr Fazit: Wer nicht schön sei, habe aber wahrscheinlich andere gute Eigenschaften. Die Storytellerin Josephine Bergholz trägt im Anschluss eine traurige Geschichte über die alten Menschen dieser Welt vor. Beide Frauen schaffen es damit nicht ins Finale.

Friedrich Herrmann kombiniert Rezensionen über Knisterfolie mit dem Trailer für einen trashigen Horrorfilm. Stimmgewaltig und dramatisch bringt er das Publikum zum Lachen wie kein anderer Künstler an dem Abend und erntet dafür die Höchstpunktzahl. Auch Quichotte aus Köln schafft den Sprung ins Finale mit einem Text über eine Pauschalreise nach Lloret de Mar.

Im Finale zeigen die Männer, dass sie auch anders können: Quichotte trägt ein politisches Gedicht vor und Friedrich Hermann philosophiert lyrisch über das Zweifeln und Bereuen. Nur Rainer Holl tritt erneut mit einem humorvollen Text vor, indem er mit unseren 16 Bundesländern abrechnet. Den Gewinn – eine Flasche Bielefelder Luft und den 25-jährigen Tobi aus dem Publikum – darf schließlich Friedrich Herrmann mitnehmen.

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