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DRK-Ehrenmitglied in Bielefeld

Ilse Bedner (91) verstorben

Bielefeld WB

Mehr als ein halbes Jahrhundert, 58 Jahre, war sie Mitglied des Bielefelder Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Am 20. Dezember hat das DRK-Ehrenmitglied Ilse Bedner ihr 91. Lebensjahr vollendet. Am Dienstag, 29. Dezember, ist Ilse Bedner verstorben.

Westfalen-Blatt

Ilse Bedner im Januar 2020 kurz nach dem 90. Geburtstag. Foto: Christina-Carolin Rempe

„Über viele Jahrzehnte hat Ilse Bedner als vorbildliche Ehrenamtliche die Rotkreuzarbeit entscheidend mitgeprägt“, sagt der Präsident des DRK-Kreisverbandes Bielefeld, Stephan Nau. Stets habe sie dabei das humanitäre Ziel vor Augen gehabt. „Mit ihrer warmherzigen Kraft und persönlichen Ausstrahlung gelang es ihr, viele Freiwillige für das DRK zu begeistern“.

Geboren 1929 in Bielefeld, wurde Bedner die Bereitschaft zu helfen in die Wiege gelegt. Schon früh prägte sie das Vorbild ihres Vaters, der im Krieg als Sanitätsoffizier tätig war. 1962 begann die Mutter zweier Söhne ihre aktive Mitarbeit als Helferin im DRK Kreisverband: „Für mich stand immer fest, dass ich auch im Sanitätsbereich arbeiten wollte und beim DRK profitiere ich davon, dass ich etwas lernen konnte,“ sagte Ilse Bedner seinerzeit. Verheiratete Frauen, die damals in der Regel nicht berufstätig waren, hätten Ehrenämter übernommen.

Selbst noch junge Mutter absolvierte Ilse Bedner die DRK-Helfer-, Sanitäts- und Schwesternhelferinnenausbildung und übernahm bereits 1966 erste Führungsaufgaben. Über die Jahre arbeitete sie engagiert als Bereitschaftsführerin und in der Erste Hilfe-Ausbildung. 1979 wurde sie zur Leiterin der Frauenarbeit gewählt und gehörte seitdem in verschiedenen Funktionen, zuletzt als Leiterin der Sozialarbeit, fast ein Vierteljahrhundert ohne Unterbrechung dem Vorstand des DRK Kreisverband an. Dazu kamen unzählige Ausbildungslehrgänge, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Das bedeutete auch, viel Zeit in die ehrenamtliche Arbeit für den Dienst am Nächsten zu investieren. Ohne die Unterstützung durch ihren 1999 verstorbenen Mann Kurt wäre das nicht möglich gewesen, erinnern sich die damaligen Weggefährten.

Ihre besonderen Leistungen würdigte das Rote Kreuz 1978 mit der Verdienstmedaille des DRK Landesverbandes Westfalen-Lippe und dem Ehrenzeichen des DRK (1987). 1994 folgte die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz. Nach über 40 Jahren beendete Ilse Bedner im Jahr 2003 ihre aktive Rotkreuzlaufbahn und wurde zum Ehrenmitglied des DRK Kreisverbandes ernannt. Darauf angesprochen, blieb die Geehrte immer bescheiden und bat darum, „nicht zu dick aufzutragen“. Lieber sprach sie von der besonderen Kameradschaft, die die Ehrenamtlichen miteinander verbunden habe. „Ich würde keinen Tag zurückgeben“ hat sie oft betont. Eine Herzensangelegenheit seien ihr immer die Blutspendetermine gewesen, die sie verantwortlich für den Blutspendedienst organisierte.

Mit dem Alter ist es etwas ruhiger um die 91-Jährige geworden. Gerne verbrachte sie Zeit mit ihrer Familie, zu der auch vier Enkel und ein Urenkelkind zählen. Spaziergänge mit ihrem Hund Jessi sorgten bis vor einigen Wochen für die nötige Bewegung. Die praktische Arbeit überließ Ilse Bedner dann auch den Jüngeren. Aber was bei „ihrem DRK“ aktuell so passiert, verfolgte Ilse Bedner bis gestern sehr genau: „Man ist ja mit dem Roten Kreuz verbunden“, sagte sie und lächelte dabei.

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