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Geschwindigkeitsregelung auf dem Bielefelder Ostwestfalendamm bleibt bestehen

Im Sommer kommt der Flüsterasphalt

Bielefeld (WB/MiS)

In den Sommerferien 2021 baut Straßen-NRW auf dem Ostwestfalendamm in Höhe des Haller Weges einen neuen Fahrbahnbelag ein, der die Lärmminderung verbessern soll. Die aktuelle Geschwindigkeitsregelung auf dem OWD bleibt vorerst bestehen. Das haben Straßen Straßen-NRW und die Stadt Bielefeld jetzt vereinbart.

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In den Sommerferien 2021 baut Straßen-NRW auf dem Ostwestfalendamm in Höhe des Haller Weges einen neuen Fahrbahnbelag ein. Foto: Bernhard Pierel

Beide sind für den OWD zuständig. Die Stadt zwischen Tunnel und Haller Weg, Straßen-NRW für den Bereich südlich davon. Im Sommer soll auf dem OWD in Höhe des „Haller Weg“ Flüsterasphalt verlegt werden, der gegenüber herkömmlichen Fahrbahnbelägen für Pkw eine Lärmminderung um 2,8 dB(A) und für Lkw um 4,6 dB(A) bewirkt, wenn sie schneller als 60 Stundenkilometer fahren. Unterhalb dieser Geschwindigkeit wirke sich die Lärmminderung durch den Fahrbahnbelag nicht so aus, da dann nicht mehr die Rollgeräusche der Reifen, sondern die Motorengeräusche maßgeblicher seien, erklärt Straßen-NRW-Sprecher Sven Johanning.

Ab Herbst 2021 soll zudem die Graphiabrücke neue Fahrbahnübergänge erhalten, die beim Überfahren weniger Lärm verursachen als die bisherigen Konstruktionen. Die Bauarbeiten dafür seien sehr aufwändig und würden mehrere Monate andauern. Für die Dauer beider Baustellen würde die zulässige Geschwindigkeit an die verbleibenden Fahrspuren und Fahrspurbreiten angepasst.

Verwaltungsgerichtsverfahren

Im November 2019 hatte die Stadt für den gesamten Ostwestfalendamm eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer angeordnet. Da jedoch ein Verwaltungsgerichtsverfahren anhängig war, hatten die Stadt und Straßen-NRW abgesprochen, vor der Umsetzung zunächst den Ausgang dieses Verfahrens abzuwarten. Sobald das Urteil vorlag, hat Straßen-NRW im Frühjahr 2020 eine neue Lärmberechnung auf der Basis der damals gültigen „Richtlinien für den Lärmschutz an Straßen“ (RLS-90) durchgeführt, bei der bereits die Lieferwagen ab 2,8 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht lärmtechnisch als Lkw berücksichtigt worden sind. Dabei wurden die Richtwerte überschritten. Deshalb wurde auch südlich des Bereichs Haller Weg etwa bis zur zur Ausfahrt Quelle Tempo 80 angeordnet. Dies sei damals eine für alle Beteiligten tragbare Kompromisslösung gewesen, heißt es von Stadt und Straßen-NRW.

Neue Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen

Seit dem 1. März gilt nun eine neue „Richtlinie für den Lärmschutz an Straßen“ (RLS-19) zur Berechnung der Lärmbelastung. Die bezieht nun auch die neuen lärmmindernden Fahrbahnbeläge ein. Lieferwagen werden jetzt aber erst ab 3,5 Tonnen als Lkw betrachtet. Dafür gibt es nun mehr Unterscheidungen in den Fahrzeuggruppen. Auch Motorräder finden in der neuen Verordnung nun Berücksichtigung.

Im Rahmen eines Verkehrsgutachtens, das die Stadt Bielefeld aufgrund der Verwaltungsgerichtsurteile beauftragt hatte, sind für die verschiedenen Geschwindigkeitsszenarien auf dem OWD Entlastungen auf einzelnen Abschnitten und die Verkehrsverlagerungen, etwa auf die Artur-Ladebeck-Straße, untersucht worden. Jetzt wird außerdem die Lärmentwicklung nach der neuen Richtlinie berechnet, sowohl für den OWD als auch für die Ausweichstrecken. Erst danach könnten die Stadt und Straßen-NRW gemeinsam eine neue rechtssichere Lösung erarbeiten. Mit einem Ergebnis rechnet Straßen-NRW-Sprecher Joahnning im Laufe des Jahres.

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