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Banken schließen auch in OWL SB-Filialen aus Sicherheitsgründen ab

Immer öfter nachts kein Bargeld

Bielefeld/Paderborn (WB). Immer mehr Geldinstitute auch in Ostwestfalen-Lippe reagieren auf die noch zunehmenden Sprengungen von Geldautomaten. Der Zugang wird deshalb nachts und teilweise sogar für 24 Stunden eingeschränkt. Wie berichtet, haben Gangster in NRW dabei seit 2015 mindestens 30,6 Millionen Euro erbeutet. Der Schaden am Gebäude und in umliegenden Wohnungen liegt vermutlich um ein Vielfaches höher.

Bernhard Hertlein

Angriffe auf Geldautomaten haben zugenommen. Der Schaden durch die Explosion übertrifft in der Regel deutlich die Summe des geraubten Geldes. Da auch um- und darüber liegende Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen werden, reagieren die Banken. Foto: imago

Sparkasse Bielefeld

Die Nähe zu Wohnungen war deshalb etwa für die Sparkasse Bielefeld das wichtigste Kriterium bei der Auswahl von inzwischen 28 (von 46) Filialen, die das Institut inzwischen zwischen 23 Uhr nachts und 6 Uhr morgens geschlossen hält. Anlass war nach Angaben von Sprecher Christoph Kaleschke ein Anschlag auf den Geldautomaten im Bielefelder Stadtteil Milse im Juli – dem ersten in der Geschichte der Bank, der „erfolgreich“ gewesen sei. Kaleschke bestätigt Angaben des Landeskriminalamtes, dass die Täter auf stärkeres Sprengmaterial umgestellt haben.

Sparkasse Paderborn-Detmold

Die Sparkasse Paderborn-Detmold, die größte in OWL, unterzieht ihre Standorte mit Geldautomaten nach Angaben von Holger Wehmeyer regelmäßig einer Risikobeurteilung. Aktuelle Erkenntnisse führten zu Maßnahmen bis hin zu temporären Schließungen von Standorten, wenn eine erhöhte Gefährdung für Unbeteiligte durch Sprengungen bestehe. Derzeit seien zwei Selbstbedienungsfilalen in Dahl und Heiden deshalb vollständig, also nicht nur nachts, geschlossen. Außerhalb der Geschäftszeiten sei der Geldautomat in Rischenau nicht zugänglich. Demgegenüber seien 110 Geldautomaten an 73 Standorten rund um die Uhr zugänglich, so Wehmeyer.

Verbund-Volksbank OWL

Die Verbund-Volksbank OWL hält aktuell sogar elf SB-Standorte vorübergehend zwischen 23 und 6 Uhr geschlossen. Insgesamt sind nach Angaben von Jutta Hanke 119 Geldautomaten in Betrieb. Damit folge die Volksbank Empfehlungen des Landeskriminalamtes. Maßgeblich für die Auswahl seien individuelle Bewertungen der Sicherheitslage. Diese werde fortdauernd überprüft. Eine dauerhafte Schließung der elf Filialen sei nicht geplant, erklärt Hanke.

Volksbank Bielefeld-Gütersloh

Die Volksbank Bielefeld-Gütersloh hat als Antwort auf die Geldautomaten-Sprengungen eine Reihe von Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Dazu gehören etwa Videoüberwachung, Einbruchmeldeanlagen, Erschütterungsmelder, Einfärbesysteme für Geldscheine und Gas-Safe-Systeme. Seit 1. August sind zusätzlich die SB-Foyers von vier Standorten in Bielefeld (Ummeln, Jöllenbeck, Schildesche und Stapenhorststraße) nachts nicht zugänglich. Das galt vorher bereits für die meisten der kleinen Geschäftsstellen in der Stadt. Ausgenommen sind noch vier zentrale Standorte. Im Kreis Gütersloh sind die Volksbank-Automaten an acht Standorten rund um die Uhr zugänglich. Weitere zehn bieten Bargeld nur von 5 bis 23 Uhr.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat schon 2018 auf die Geldautomaten-Sprengungen reagiert und schließt ihre 24 Filialen in der Region Ostwestfalen nach Angaben von Sprecher Klaus Winker seitdem in der Zeit zwischen 24 und 6 Uhr komplett ab.

Commerzbank

Auch bei der Commerzbank sind die SB-Zonen in mehr als der Hälfte der derzeit noch 20 Filialen in OWL nachts nicht zugänglich, meist in der Zeit zwischen null und fünf Uhr. Neben Sicherheitsgründen spiele eine Rolle, dass weniger als ein Prozent der Abhebungen am Geldautomaten zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens stattfänden.

Das nützt zwar demjenigen wenig, der gerade in dieser Zeit einmal Bargeld braucht. Alle Institute verweisen in diesem Fall jedoch darauf, dass es noch andere Zahlmethoden geben, vor allem die Geldkarte, aber auch mobiles Zahlen mit dem Smartphone

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