1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. Impfzentrum bekommt mehr zu tun

  8. >

Termine für Bielefelder Erzieher und Lehrer – auch Erkrankte können sich anmelden, die Regeln sind aber unübersichtlich

Impfzentrum bekommt mehr zu tun

Bielefeld (WB)

Mit dem neuen Erlass des Landes, der ab der kommenden Woche weiteren Berufsgruppen die Corona-Impfung gestattet, soll auch im Bielefelder Impfzentrum das Geschehen an Fahrt aufnehmen. Die Berechtigten können jetzt Termine vereinbaren.

Peter Bollig

Durch die Aufweitung der berechtigten Berufsgruppen soll das Impfgeschehen mehr Fahrt aufnehmen. Foto: Thomas F. Starke

Mitarbeiter von Kindergärten, Grund- und Förderschulen – das war in der vergangenen Woche schon bekannt – gehören dazu. Mit dem Erlass von Montag wurde klar, dass auch Polizisten sowie Beschäftigte in Arztpraxen nun zu den Impfberechtigten gehören. Alleine Kita- und Schulangehörige machen nach Angaben der Stadt rund 6000 Menschen aus. Krisenstabsleiter Ingo Nürnberger ist zuversichtlich, dass sie bis Ende März geimpft sein werden.

Diese Berufsgruppen werden jetzt über die Ämter informiert, Ärzte über die Kassenärztliche Vereinigung, Polizisten über das Innenministerium. Sie können sich dann über die vom Arbeiter-Samariter-Bund eingerichtete Adresse www.asb-owl.de/impfzentrum einen Impftermin organisieren. Bei den Polizisten sei aber noch unklar, ob sie von eigenen Polizeiärzten geimpft werden. Ebenfalls ab dem 8. März sind Menschen mit Behinderung aus dem Bereich der Eingliederungshilfe impfberechtigt. Die Abwicklung erfolge über die Einrichtungen; in Bethel etwa im eigenen Impfzentrum.

Menschen mit Krankheiten sind bald an der Reihe

Als unübersichtlich bezeichnet Ingo Nürnberger indes die neuen Regeln für Menschen mit Erkrankungen. So dürfen sich Patienten mit bestimmten Krankheiten ab Ende März impfen lassen, dazu gehören unter anderem solche mit Diabetes, Demenz, Leber- und Nierenerkrankungen. Sie brauchen ein Attest vom Arzt, können sich dann einen Termin besorgen. Unklar sei noch, ob über die Kassenärztliche Vereinigung oder bei der Stadt.

Patienten einer zweiten Gruppe mit Krankheitsbildern, die nicht gelistet, aber nach ärztlicher Beurteilung dennoch schwerwiegend sind, können einen Antrag auf Gleichstellung stellen. Dazu bedarf es eines ärztlichen Zeugnisses, sagt Nürnberger, Formulare gibt es von jetzt an auf der Internetseite der Stadt. Das Gesundheitsamt prüfe den Antrag, auch diese Patienten dürften ab Ende März geimpft werden. Nürnberger verspricht ein „schlankes“, schnelles Verfahren.

Ebenso für eine dritte Patientengruppe mit schweren Erkrankungen, bei denen ein weiteres Warten auf die Impfung ein hohes Risiko bedeute, etwa weil eine wichtige Operation anstehe, die durch eine Covid-19-Erkrankung vereitelt würde. Auch sie könnten einen Antrag stellen, der von der Stadt oder der Rentenversicherung geprüft werde. Bei Zustimmung werde umgehend geimpft.

Stadt soll Maximum an Impfdosen ordern

Diese Regelungen seien nicht leicht zu verstehen, räumt der Krisenstabsleiter ein und empfiehlt, dass sich Patienten über eine mögliche Impfberechtigung mit ihrem Arzt besprechen.

Mit den neuen Berufsgruppen dürfte vorerst auch der Streit zwischen Impfzentrum und Stadt über ungenutzte Impfdosen beigelegt sein. Wie berichtet, warf die Leitung des Impfzentrums Ingo Nürnberger vor, sich zu sehr an die im Erlass geregelten Berufsgruppen zu klammern, zu schleppend einzuladen, wodurch sich Astrazeneca-Impfdosen ungenutzt ansammelten.

Die FDP forderte im Sozialausschuss am Dienstagabend die Stadt auf, die Verteilung des Impfstoffs „so unbürokratisch und pragmatisch wie möglich“ zu organisieren. „Ein ängstliches Abwarten mit der Folge, dass nicht die maximale Menge an Impfstoff bestellt wird, ist nicht hinnehmbar“, sagte Jan Maik Schlifter. Der Ausschuss stimmte zu, dass es Ziel sein müsse, die maximal für Bielefeld vorgesehene Menge an Impfstoff bestellen zu können. Die Stadt soll nun außerdem jede Woche veröffentlichen, was an Impfmengen nicht ausgeschöpft wurde. Schlifter: „Wir brauchen mehr Management, weniger Verwaltung.“ Zum Streit zwischen Stadt und Impfzentrum ermahnte Michael Weber (CDU): „Werdet Euch einig“, man ziehe schließlich am selben Strang.

Startseite