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Senner Gemeinschaft startet Bürgerbegehren in Bielefeld für Umsetzung des Nahversorgungszentrum

Initiative fordert Rewe-Markt

Bielefeld

Mehr als 100 Senner haben nach Angaben der Initiatoren schon unterzeichnet, obwohl die Listen erst seit wenigen Tagen und zunächst nur vereinsintern auslagen. Mit dem Bürgerbegehren schaltet sich die Senner Gemeinschaft jetzt in die Diskussion um das geplante Nahversorgungszentrum an der Friedrichsdorfer-/Ecke Windelsbleicher Straße im Bielefelder Süden ein.

Peter Bollig

Vorstand und Mitglieder der Senner Gemeinschaft starten ein Bürgerbegehren für den schnellen Bau des Nahversorgungszentrums in Senne: (von links) Vorsitzender Andreas Thron, Stellvertreter Rainer Seifert und Optiker Dirk Kleine-Flaßbeck. Foto: Peter Bollig

Ihr Ziel: Das Projekt mit Rewe, Sparkasse, Optiker, Bäckerei und Musikschule soll wie geplant und ohne weitere Verzögerung umgesetzt werden. „Wir wollen zeigen, dass hier über zusätzlichen Wohnraum verhandelt wird, den die Senner so gar nicht wollen“, sagt Vorsitzender Andreas Thron.

Die Senner Gemeinschaft zeigt damit auch ihre Empörung über die Vorgehensweise insbesondere der SPD: Weil die CDU in der Bezirksvertretersitzung nicht vollzählig angetreten war, konnten SPD, Grüne und Linke den Bebauungsplan, für den es seit Jahren eine Mehrheit gab, in letzter Minute ablehnen.

Zu dem sich die SPD auch im Stadtentwicklungsausschuss immer enthalten hatte, jetzt aber eine Ablehnung ankündigte, weil sie auf dem Rewe-Gebäude nun gerne auch Wohnungen sehen würde. Hinter den Kulissen wird über eine zusätzliche Wohnbebauung verhandelt, obwohl das Bauamt stets signalisiert habe, dass das nicht zulässig sei, sagt Andreas Thron.

Es gehe der Senner Gemeinschaft dabei gar nicht um die Ablehnung von Wohnungen. „Damit können wir leben“, sagt Thron. Es gehe vielmehr darum, dass die Umplanung das Projekt verzögern, am Ende sogar zum Scheitern bringen könne: Falls der Investor oder Rewe abspringt oder die politische Mehrheit die Planung ablehnt, falls der gewünschte Wohnraum rechtlich nicht umzusetzen wäre.

Dabei vertrete man auch das Interesse der Gewerbetreibenden, die Mitglieder der Senner Gemeinschaft sind – wie Optiker Dirk Kleine-Flaßbeck. Genauso wie die Musikschule soll er in eines der neuen Gebäude ziehen. Weil der Abriss des Altbestandes begonnen hat, ist er mit seinem Laden in einen Container umgezogen. Der Optiker befürchtet nun, dass aus dem Provisorium ein Dauerzustand werden könnte.

Erklärungen der SPD hätten Unsicherheiten geschürt und nicht erklären können, warum sie nach Jahren der Planung plötzlich Wohnraum durchsetzen wolle, sagte Andreas Thron. Die Kritik der SPD, ein Bürgerbegehren gegen einen Bebauungsplan sei unzulässig, kontern Thron und sein Stellvertreter Rainer Seifert: Das wäre zu prüfen. In jedem Fall sei das Begehren zulässig, falls das Projekt aufgrund der rot-grün-roten Forderungen scheitere. Außerdem sollen die Unterschriften zeigen, dass die Bürger das Nahversorgungszentrum schnell wollten.

Die Unterschriftenlisten liegen von jetzt an in vielen Senner Geschäften und bei Vereinen öffentlich aus.

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