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Grüner Würfel auf dem Bielefelder Kesselbrink: von „Schnippeldisco“ bis „Café-Auszeiten“

Ja zum Mitmach-Konzept

Bielefeld (WB/bp). Gegen die Stimmen der CDU und mit einer Enthaltung hat die Bezirksvertretung Mitte das Konzept des „Grünen Würfels“ auf dem Kesselbrink beschlossen.

Das Konzept für den Grünen Würfel bis Mitte 2021 ist mehrheitlich beschlossen worden. Foto: Thomas F. Starke

Das bedeutet: Nach der Umsetzung eines „Sofort-Programms“ durch den Träger „Die Falken“ kann vom 1. April bis 30. Juni 2021 ein „Mitmach-Konzept“ umgesetzt werden. Finanziert wird das aus eingesparten Mitteln des Büros für integrierte Sozialarbeit und Prävention (270.000 Euro) und aus dem Integrationsbudget (138.000 Euro)

Sozialdezernent Ingo Nürnberg erläuterte, dass in den ersten beiden Monaten (Dezember und Januar) 946 Tagesbesucher bei den Angeboten des „Grünen Würfels“ gezählt worden seien. Dort gebe es unter anderem einen Offenen Treff, Workshops zum Beispiel zum Longboard-Bau, eine Tanzgruppe „Connecting Family“, eine Impro-Theatergruppe „Unkraut“, Einzelveranstaltungen und weitere (Einzel-)Angebote in Zusammenarbeit mit anderen Trägern.

„Programm machen“

Nach Einschätzung der „Falken“ greife das „Wiederbelebungs-Konzept“, es habe zudem keine negativen Erfahrungen mit den Trinker-, Dealer- und Drogenszenen auf dem Kesselbrink gegeben – zumindest nicht während der Öffnungszeiten. 2021 soll ein Träger- oder Vereinkooperationsmodell langfristig den „Grünen Würfel“ übernehmen und dort „Programm machen“.

Ein Interessenbekundungsverfahren dafür sei bereits gelaufen (28 konkrete Angebote). Die Vorschläge reichten dabei von Klima-Workshops bis Urban Gardening, „Café-Auszeiten“ für pflegende Angehörige bis Mitmach-Museum für  Kinder und „Schnippeldisco“. Dabei sei auch ein Angebot eines Vereins zur Rettung von Lebensmitteln, der regelmäßige Öffnungszeiten von dienstags bis samstags mit einem kleinen Getränke- und Speisenangebot garantieren wolle.

Schließlich gibt es im „Grünen Würfel“ eine Profi-Küche; zwei Gastronomen sind dort mit ihren Lokalen gescheitert. Man wolle, so Ingo Nürnberger, kein „fertiges Konzept“ vorlegen, sondern die Einwohner beteiligen, um den „Grünen Würfel zu ihrem Treffpunkt zu machen“.

Anziehungspunkt für bestimmte Gruppen

Nachdem in der Bezirksvertretung die Sicherheit auf dem Kesselbrink als „fragwürdig“ dargestellt wurde, schaltete sich Dezernent Gregor Moss, zuständig für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Mobilität, ein. Er sagte, die gesamte Stadtgesellschaft habe es zugelassen, dass der Kesselbrink Anziehungspunkt für bestimmte Gruppen geworden sei. Man könne da nur gegensteuern, indem der Kesselbrink genutzt, belebt werde – wie durch das Grüne Würfel-Konzept.

Ingo Nürnberger verwies auch auf die Unterstützung der Polizei (Streifen, Razzien) und die des Ordnungsamtes. Von Seiten der Stadtwache würde der Kesselbrink pro Monat rund 130 Mal „bestreift“. Diese Zahl sei im Vergleich zu 2018 nahezu verdoppelt worden. Zudem solle die Beleuchtung verbessert werden: mit einem Strahler am Grünen Würfel und drei zusätzlichen Laternen in der Platzmitte.

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