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Die ersten Elemente der neuen Haltestellendächer in Bielefeld sind da

Jahnplatz-Chic aus 175 Tonnen Stahl

Bielefeld

Ein bisschen sehen sie aus wie umgedrehte Schirme. Die ersten Elemente der neuen Jahnplatz-Haltestellendächer sind am Donnerstag montiert worden. Auf der Platzseite zum Café Europa hin werden die neuen Haltestellen bereits im Juni in Betrieb genommen. Dann werden auf der anderen Jahnplatz-Seite die alten Dächer verschwunden sein, dort die Platzsanierung fortgesetzt. [Mit Video]

Michael Schläger

Noch sind die Dächerelemente auf dem Jahnplatz in Bielefeld „nackt“. Sie werden mit einem Beleuchtungssystem ausgestattet und später begrünt. Foto: Bernhard Pierel

Die alten Jahnplatz-Dächer hatten von ihrer Montage Anfang der 90er Jahre an für Diskussionen gesorgt. Die Wellblech-Anmutung sorgte für Kontroversen. Jetzt bekommt Bielefelds Innenstadt-Platz Nummer eins Dächer mit klaren Formen. Die Dachfläche wird begrünt. Ein weißer Anstrich und ein ausgefeiltes Lichtsystem sollen für Transparenz stehen.

Das Büro Wannenmacher & Möller hatte die Entwürfe erstellt. Die tschechische Firma mmcité erhielt den Herstellungsauftrag. Dort wurden die dreieckigen Dachsegmente einzeln zusammengeschweißt, beschichtet und schon einmal vormontiert. Denn jetzt, bei der Endmontage auf dem Jahnplatz, muss alles passen.

Jahnplatz-Projektleiter Dirk Vahrson berichtet, dass wegen Corona über Details und Maße immer nur in Videokonferenzen gesprochen werden konnte. Doch die Montage der ersten Segmente zeigt: Es sitzt.

Die fünf Monteure aus Tschechien hatten nach einer Sicherheitsquarantäne und mehrfachen Coronatests Anfang der Woche die Arbeit aufgenommen. Zuvor waren auf dem Jahnplatz bereits die Betonfundamente gegossen worden, darin eingebracht die Stahlanker für die Stützen.

„Arbeiten auf dem Jahnplatz ist manchmal wie ein Alptraum“, sagt Christoph Kahmann vom Baustellen-Projektteam. Das liegt daran, dass sich überall unter dem Platz Leitungen befinden. Und sind die mal nicht da, dann stößt man nach wenigen Zentimetern auf die Decke der Stadtbahn-Verteilerebene oder des Jahnplatz-Forums. So bleibt auch für die Dächer-Fundamente mal gerade 30 Zentimeter Platz.

Mit einem Kran schweben die Stahlelemente ein. Einzelne sind bis zu vier Tonnen schwer. Foto: Bernhard Pierel

Nicht eben viel für eine Konstruktion, deren schwerste Einzelteile vier Tonnen wiegen. Insgesamt werden auf beiden Platzseiten 175 Tonnen Stahl verbaut – damit am Ende der neue Jahnplatz-Chic entsteht. Alle Leitungen für Strom und Entwässerung verlaufen durch die Stützen. Bis zu 120 Einzelkabel führen in den Stadtbahntunnel. In den Haltestellendächern wird auch eine Videoüberwachung montiert.

Tschechische Arbeiter montieren die Elemente. Foto: Bernhard Pierel

Bereits Ende April wird die erste Dachgruppe fertig sein. Dann beginnt der Abbruch der alten Dächer auf der Gegenseite. Ist auch der erledigt, wird die neue Haltestelle in Höhe des Café Europa ab Juni von Bussen angefahren. Dann erfolgt keine Umleitung mehr über die Körnerstraße. Auf der Gegenseite werden während der zweiten Jahnplatz-Bauphase Haltestellen an der Herforder und der Friedrich-Verleger-Straße genutzt.

So sollen die Dächer nach der Fertigstellung aussehen. Foto: Wannenmacher & Möller

Im Sommer 2022 muss der Jahnplatz-Umbau komplett abgeschlossen sein. Für den Umbau des Jahnplatzes konnten EU- und Landesfördermittel aus dem Programm ,,Emissionsfreie Innenstadt” in Höhe von 18 Millionen Euro eingeworben werden. Die Jahnplatz-Haltestellendächer schlagen dabei mit 2,57 Millionen Euro zu Buche.

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