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Beleuchtungskonzept setzt auf Seilüberspannung – Zuspruch in der Bezirksvertretung

Jahnplatz ohne störende Lichtmasten

Bielefeld (WB). Lampen, die an Seilen über dem Jahnplatz schweben, statt Lichtmasten aufzustellen – dieses Konzept stieß in der Bezirksvertretung Mitte am Dienstagabend auf breiten Zuspruch.

Peter Bollig

Runde Lampen an Seilen sollen den Jahnplatz ausleuchten. Auch Bäume, Bänke und die Alcina-Uhr könnten durch Licht besonders in Szene gesetzt werden. Foto: Envue Homburg

Sascha Homburg vom Büro für Lichtplanung Envue Homburg stellte sein Beleuchtungskonzept vor, das für ihn auch eine historische Komponente hat: Seit dem Bau der Straßenbahn 1902 setzen die Planer bei der Ausleuchtung des Platzes auf Lampen an Seilüberspannungen.

Homburg sieht neben dieser Tradition aber auch praktische Argumente für einen Verzicht auf Lichtmasten: Sie wären störend, das Platzpanorama würde verstellt. Bei der Ausleuchtung des Platzes hätten Lichtmasten Nachteile: Weil sie neben den Fahrbahnen stehen müssten, wären sie nicht immer optimal positioniert. Und nicht zuletzt wären Masten die „banale, erwartbare Standardlösung“ – dem Jahnplatz schlichtweg nicht angemessen.

Statt dessen sollen Lampen in elf Metern Höhe dort aufgehängt werden, wo sie idealerweise hängen sollten, um zum einen die Fahrbahnen ausreichend auszuleuchten, zum anderen aber auch zu gestalten, indem sie besondere Bereiche besonders hervorheben. So haben die Lichtplaner festgestellt, dass die bisherige Ausleuchtung vor allem dem motorisierten Verkehr dient, die Platzmitte aber kaum beleuchtet wird.

Fahrbahnen sollen „visuell geschwächt“ werden

Homburgs Idee: Die neue Beleuchtung soll vor allem die Wegeverbindung zwischen Altstadt und Bahnhofstraße betonen, die Fahrbahnen dagegen sollen „visuell geschwächt“ werden. Wer auf den Jahnplatz zusteuert, soll also schon am Licht erkennen: Da ist etwas Besonderes. Das will das Büro Homburg unter anderem durch die Lichtfarbe erreichen, die wärmer ausfallen soll als das übliche Straßenlicht.

Die Lampen sollen als Designobjekt auch tagsüber wirken, als auffällige runde Leuchtkörper, die nachts wiederum nicht nur den Boden erhellen, sondern durch indirektes Licht selbst inszeniert werden – zu Anlässen wie Weihnachtsmarkt, Nachtansichten oder Leinewebermarkt auch mal in anderen Farben. Und: Bänke sollen besonders ausgeleuchtet werden, ebenso die Alcina-Uhr. Die künftigen Haltestellendächer sollen eine integrierte Lichtinszenierung erhalten.

Kritik gab es indes von Hartmut Meichsner (CDU): Er sei „ratlos“, weil das Konzept nicht aufzeige, wie sich Licht aus Schaufenstern und Leuchtwerbung auswirke und Ampeln hineinpassten.

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