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Lustige, erstaunliche und unglaubliche Einsätze

Jahresrückblick der kuriosesten Fälle der Polizei Bielefeld

Bielefeld (WB). Auch im Jahr 2019 hatte es die Polizei Bielefeld wieder mit lustigen, erstaunlichen und unglaublichen Einsätzen zu tun. Ein Rückblick auf neun kuriose Fälle.

Symbolbild. Foto: dpa

Angeschnallter Joghurt

Im Februar stellten Autobahnpolizisten bei der Kontrolle eines Kleintransporters erhebliche Mängel beim Transport von Lebensmitteln fest.

Auf der Rastanlage Lipperland Nord hatten Beamte einen 33-jährigen Fahrer gestoppt, der zwölf Paletten mit je 24 Bechern Joghurtgetränken auf dem Beifahrersitz transportierte. Im Laderaum des Transporters befanden sich außerdem etwa 30 Spieße Dönerfleisch, 10 Kästen rohes Hähnchenfleisch, sowie vier Kartons Lammfleisch. Das Fleisch wirkte wie mehrfach aufgetaut und lag ungeschützt auf dem verdreckten Boden. Das Fahrzeug wurde daraufhin zur Lebensmittelüberwachung begleitet.

Foto: Polizei Bielefeld

Einbrecher schläft am Tatort ein

Leichtes Spiel für die Polizei: Bei einem Einbruch im Mai trafen Beamte einen Täter an, der nach seinem Coup noch am Tatort eingeschlafen war.

Der 23-jährige, einschlägig polizeibekannte Mann war gegen 3.25 Uhr über das Dach des Gebäudes gewaltsam in ein Büro eingedrungen und entwendete dort mehrere Wertgegenstände. Ein ausgelöster Alarm informierte die Polizei, welche kurze Zeit später am Tatort eintraf und den Täter auf dem Dach liegend vorfand. Er war neben seiner Beute eingeschlafen.

Der Mann ohne festen Wohnsitz wurde vorläufig festgenommen. Das Diebesgut wurde an Ort und Stelle wieder an die Besitzer ausgehändigt.

Mit 79 km/h auf dem Schulweg

Im Juni führten Beamte Geschwindigkeitsmessungen an einem Schulweg in Oldentrup durch. Bei vorgegebenem Tempo 30 erwischten sie eine Autofahrerin die deutlich zu schnell unterwegs war.

Die 28-jährige Bielefelderin war in ihrem Audi mit 82 km/h gemessen worden. Abzüglich der Messtoleranz warfen die Polizisten ihr vor, mit 79 km/h gefahren zu sein und die zulässige Höchstgeschwindigkeit somit um 49 km/h überschritten zu haben. Die Bielefelderin war selbst mit einem schulpflichtigen Kind in ihrem Auto unterwegs.

„Kauziger“ Polizeieinsatz

Ende Juni waren zwei Bielefelder Polizisten zur rechten Zeit am rechten Ort um eine kleine Eule zu retten.

Nach einem Einsatz nahmen die beiden Beamten eine kleine flauschige Gestalt wahr, die neben geparkten Fahrzeugen hockte. Bei näherer Betrachtung erkannten sie, dass es sich um eine Eule handelte. Sie war offensichtlich stark entkräftet.

Die Polizisten nahmen den Nachtvogel behutsam in Gewahrsam und fuhren ihn im Streifenwagen zur Aufnahmestelle für in Not geratene Wildtiere im Tierpark Olderdissen. Dort konnte festgestellt werden, dass es sich um eine junge, noch fluguntaugliche Schleiereule handelte, deren Gattung auf der roten Liste der bedrohten Tierarten steht.

Die kleine Eule erhielt eine eigene Aufzuchtvoliere und zur Abrundung des Tages eine halbe Maus.

Foto: Polizei Bielefeld

Dealer im Pech

Im August gelang es Beamten einer Zivilstreife im Bielefelder Stadthallenpark einen Drogendealer festzunehmen.

Die Beamten in Zivilkleidung wurden auf einen Mann aufmerksam der ihnen freundlich zuwinkte. “Hallo Jungs! Was wollt ihr? Braucht ihr was? Marihuana? Wie viel?„ pries er seine Ware schon aus mehreren Metern Entfernung an und lächelte den Beamten zu. Als diese aber ihre Dienstausweise zogen, schlug die Stimmung um. Der Mann realisierte seinen Irrtum und versuchte kurzerhand zu fliehen.

Die Polizisten hinderten ihn daran und nahmen den 28-Jährigen vorläufig fest.

Polizei hilft bei Spinnenproblem

Ebenfalls im August wurde die Polizei zu einem kuriosen Einsatz auf der A33 gerufen. Dort trauten sich zwei Frauen wegen einer “Riesenspinne„ nicht zurück in ihr Auto.

Die Ausflügler aus Unna hatten einen Wildpark besucht und auf dem Rückweg eine große Spinne in ihrem Fahrzeug entdeckt. Die beiden 26-jährigen Frauen seien nun in Sorge, dass es sich um eine exotische Giftspinne aus dem Wildpark handeln könne. Daher hielten auf dem Seitensteifen der Autobahn an, sprangen mit ihren Kindern aus dem Auto und alarmierten die Polizei um Hilfe.

Bei Eintreffen der Beamten war die Spinne offensichtlich schon geflüchtet. Da die Gruppe bei all der Aufregung jedoch vergessen hatte, das Licht des Fahrzeugs abzuschalten, war die Batterie inzwischen entladen und eine Weiterfahrt somit unmöglich. Letztlich endete der Ausflug daher auf der Wache der Autobahnpolizei, wo alle gemeinsam warteten, bis sie schließlich von Familienangehörigen abgeholt wurden.

Lastwagen verliert eine Tonne Möhren

Mehrere Kilometer Stau verursachte Mitte September ein LKW, der auf der Autobahn 2 in Fahrtrichtung Hannover seine Ladung verlor, bei der es sich um eine Tonne Möhren handelte.

Das Gemüse verteilte sich auf einer Strecke von etwa 200 Metern über zwei Fahrstreifen. Erst nach fünf Stunden war die Fahrbahn komplett gereinigt und konnte wieder befahren werden.

Foto: Polizei Bielefeld

Porsche mit Olivenglas beworfen

Ein Gast einer Hochzeitsgesellschaft wurde im Oktober Ziel eines kuriosen Angriffs.

Mehrere Autos veranstalteten im Zuge der Feierlichkeiten einen Hochzeitskorso auf der Beckhausstraße. Plötzlich nahm einer der Teilnehmer einen lauten Knall wahr. Beim Blick nach hinten musste er feststellen, dass die Heckscheibe seines Wagens zerborsten war. Der 29-jährige Porschefahrer hielt an und fand ein Glas mit Oliven auf den Rücksitz, das offensichtlich die Scheibe durchschlagen hatte.

Zeugen berichteten der Polizei später, dass sie sehen konnten, wie ein Gegenstand in Richtung des Porsches flog. Möglicherweise wurde das Glas aus einem der Häuser in Höhe des Tatortes geworfen.

Die Teilnehmer der Hochzeitsgesellschaft waren kurz zuvor durch Hupen aufgefallen, hatten sich ansonsten jedoch völlig normal und regelkonform im Straßenverkehr bewegt.

Die Polizei erstattete Strafanzeige und ermittelte wegen eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Fahrer flüchtet durch Fluss

Bei einer Verkehrskontrolle im November versuchte ein offenbar alkoholisierter Mann durchs Wasser vor der Polizei zu flüchten.

Gegen 1.30 Uhr war ein VW Golf ins Visier der Streifenbeamten geraten. Sie folgten dem Wagen und gaben dem Fahrer zu verstehen, dass er anhalten solle. Bei der Kontrolle schlug den Polizisten deutlicher Alkohol- und Cannabisgeruch entgegen.

Zunächst willigte der Fahrer ein, einen Atemalkoholtest durchzuführen, beim Aussteigen aus dem Fahrzeug rannte er jedoch davon. Er flüchtete über einen Fußweg in Richtung eines Stauteiches. Dort schlüpfte er durch eine Böschung und geriet in die Strömung der Lutter. Hier verlor sich zunächst die Spur des Mannes.

Als die Beamten das nähere Umfeld absuchten, entdeckten sie den Fahrer in einer Hauseinfahrt. Er lag stark unterkühlt auf dem Boden und wurde unmittelbar in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

Gegen den polizeibekannten 24-jährigen Bielefelder wurde Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr erstattet.

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