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»Hut ab!« ergänzt Sonntagsshopping – Umsätze »in Ordnung«

Jede Menge Zirkus in der Stadt

Bielefeld (WB). Hut ab für diesen verkaufsoffenen Sonntag. Hut ab – so lautete das Motto der Kaufmannschaft Altstadt für ihren traditionellen »Flirt mit dem Frühling«. Der machte die Straßen und Plätze zu Bühnen für zwei Dutzend Kleinkünstler, die die Kundschaft bestens unterhielten.

Burgit Hörttrich

Wagen ein Tänzchen: Retro-Maniak Kemal Aslan und Shademakers-Löwin Melanie Müller auf der Obernstraße. Foto: Bernhard Pierel

»Ausbaufähig«, sind sich Henner Zimmat und Marcus Langer von der Agentur Extrem beweglich und Tom Kummerfeldt (Newtone) einig mit Kaufmannschaft und Werbegemeinschaft City. Der Plan sei aufgegangen, das »Hut ab!«-Programm werde gut angenommen und sei wiederholungsfähig. Zimmat: »Man könnte es sogar auf die gesamte Innenstadt ausweiten.«

Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes, sagt, es sei auch eingekauft worden: »Natürlich. Die Umsätze sind in Ordnung.« Obwohl die Fußgängerzonen gut besucht gewesen seien, habe die Frequenz unter dem fast schon sommerlichen Wetter auch gelitten. Kunz: »Es ist spürbar, dass viele Menschen den eigenen Garten dem Sonntagsshopping vorgezogen haben.«

Um so wichtiger sei es gewesen, dass die zwei Dutzend Musiker, Tänzer, Zauberer, Komiker, Pantomimen als zusätzliche Attraktion (neben den geöffneten Läden) Menschen in die Stadt gelockt hätten. Tom Kummerfeldt, der die Kleinkünstler im Auftrag der Kaufmannschaft verpflichtet hat, sagte, dass die durch die Bank angetan seien von der »Manege Bielefeld«. Die, die aus Frankfurt, Hamburg oder Berlin angereist seien, hätten die lockere Atmosphäre gelobt und die Bielefelder selbst als »nett« beschrieben. Kummerfeldt: »Viele von ihnen kommen mit Sicherheit gerne wieder.«

Leichte Kleidung und Laufschuhe

Michael Niemeyer (Karstadt) weiß, dass das Sonntagsshopping auch von der Bombenentschärfung in Paderborn profitiert habe: »Gleich die ersten drei Kunden haben erzählt, sie seien am Sonntag aus Paderborn ‘geflüchtet’.« Gekauft worden sei vor allem leichte Kleidung, aber auch Laufschuhe, DFB-Trikots und Spielgeräte für den Garten. Niemeyers Fazit: »Wir können sehr zufrieden sein.«

Ähnlich die Stimmung bei Loom-Manager Michael Latz: »Das Einkaufszentrum war schnell gefüllt, Foodcourt und Restaurants hatten schon ab 12 Uhr auf, haben ebenfalls gute Umsätze gemacht.«

Das gelte, ist Thomas Kunz sicher, auch für die übrige Gastronomie. In Straßencafés gab es kaum freie Sitzplätze, wo Eis verkauft wurde, bildeten sich lange Warteschlangen. »Ja«, stimmt Henner Zimmat zu, »die Gastronomie hat vom Wetter und vom Sonntagsshopping partizipiert.«

Künstler lenken nicht vom Einkaufen ab?

»Hut ab!« sei um das eigentliche Einkaufen »herum gestrickt« worden. Weil die Künstler ohne feste Bühnen, ohne Kulissen oder aufwändige Requisiten aufgetreten seien, sei nichts blockiert, nichts verbaut worden. Thomas Kunz lobte, dass Kunden durch diese Art von ergänzender Veranstaltung nicht vom Einkaufen abgelenkt worden seien.

Da sorgte Retro Maniak alias Kemal Aslan dafür, dass mehr als eine Passantin nicht anders konnte, als ein paar Minuten richtig abzurocken, Zauberer David Wedegärtner eröffnete den Reigen und gab den »Eisbrecher«, die Bernardino Street Band mit drei höchst flexiblen Musikern ließ das Publikum ebenso staunen wie die Shademakers, die tierisch gute Kostüme spazieren trugen oder Charlie Chaplin alias Wondini, der allein durch seine täuschende Ähnlichkeit mit dem Stummfilm-Star verblüffte. Die Krawalli Polizei kümmerte sich auf ihre Art um Recht und Ordnung und Lukas Aue ging über Tisch und Stühle.

In diesen Jahr sind in der Bielefelder Innenstadt noch zwei weitere verkaufsoffene Sonntage geplant: am 28. Oktober und am 16. Dezember.

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