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Mit Verzögerung hat in Quelle Ostwestfalens erste Anlage für Adventure Golf eröffnet

„Jetzt geht das Abenteuer endlich los“

Bielefeld-Quelle (WB). Wer derzeit einen Campingplatz betreibt, der hat zermürbende Wochen hinter sich: keine Gäste, keine Reservierungen, keine Einnahmen, keine Perspektive – nicht einmal irgendeinen Umsatz im Biergarten. Genau so erging es auch dem Queller Campingplatzchef Rolf Meyer zu Bentrup. Doch den 48-Jährigen trafen die coronabedingten Einschränkungen besonders hart.

Markus Poch

Einzigartiger Familienspaß in OWL: Luke Meyer zu Bentrup (11, links) und sein Freund Josh (11) kommen beim Adventure Golf schon gut zurecht. Hier überqueren sie den Bachlauf auf einem Floß. Ähnliche Freizeitanlagen soll es in Winterberg, Kassel oder Rinteln geben. Foto:

Denn praktisch mit dem Beginn der Krise war seine neue, öffentliche Anlage für Adventure Golf – der erste und einzige Familienspaß dieser Art in Ostwestfalen – nach fünfmonatiger Bauzeit pünktlich zum ersten Aprilwochenende betriebsbereit. Nur eröffnen durfte sie nicht. Die Genehmigung dazu kam erst Anfang dieser Woche – fünf Wochen später als vorgesehen.

Passionierte Golfer kommen beim Adventure Golf wahrscheinlich nicht dauerhaft auf ihre Kosten; Mini-Golfer jeden Alters, die nach neuen Herausforderungen suchen, dagegen schon. Denn am Queller Campingplatz wird auf Kunstrasen und unter alten Bäumen gespielt, immer am Ufer eines erfrischend plätschernden Bachlaufs. Dieser entspringt per Knopfdruck einem Wasserfall und schlängelt sich auf 127 Metern unter neun Brücken über das 2500 Quadratmeter große Spielgelände. Manchmal ist er sogar als Schikane in den Parcours eingebaut. Nach Angaben des schwedischen Herstellers soll der Bachlauf der längste aller Adventure-Golf-Anlagen Europas sein.

Als „frustrierend“, „surreal“ und „beinahe schizophren“ beschreibt Meyer zu Bentrup seine Situation während der vergangenen fünf Wochen: Einen ordentlichen, sechsstelligen Betrag hatte er, wie berichtet, in die Hand genommen, um vor allem Kindern und Familien diese in der Region einmalige Freizeitattraktion mit den ersten warmen Sonnenstrahlen anbieten zu können. Parallel dazu hatte er den beliebten Biergarten vorsorglich in das nahe Wäldchen hinein um 160 Sitzplätze erweitert.

Sogar das sonst so launige Aprilwetter spielte ihm gönnerhaft in die Karten wie in keinem Jahr zuvor. „Und dann sitzt du hier Tag für Tag ganz allein im T-Shirt in der Sonne, alles ist fertig und vorbereitet, und kein Mensch kommt – obwohl du ganz genau weißt, dass tausende von Kindern sich zu Hause langweilen und nach einer sportlichen Abwechslung an der frischen Luft lechzen. Dass ich nicht früher öffnen durfte, das war schon verrückt. Aber jetzt geht das Abenteuer endlich los.“

Die Durststrecke beider Parteien ist seit ein paar Tagen beendet. Unter den aktuell geltenden Hygiene- und Abstandsregeln wird die Anlage fleißig bespielt, und die dankbaren Nutzer sparen nicht mit Komplimenten: „Sie mögen die kreativ und dynamisch gestalteten Bahnen, das besondere Flair im Schatten der alten Bäume – und sie loben unsere Bepflanzung als sehr liebevoll“, sagt Rolf Meyer zu Bentrup.

Gut 3000 selbst eingegrabene Sträucher, Stauden, Gräser, Rosen, Farne und Frühlingsblumen machen das Spielfeld zu einem bunten, fast botanischen Garten. Mehrere Aras und Kakadus verschiedener Arten, die in angrenzenden Volieren zu bestaunen sind, unterstreichen den farbenfrohen Gesamteindruck. Geöffnet ist täglich bei gutem Wetter von 10 Uhr an. Später im Sommer will Meyer zu Bentrup ein Nachtgolfen anbieten.

Parallel hat der Unternehmer nach der Corona-Pause auch Campingplatz und Biergarten wieder anlaufen lassen, beides allerdings aus Sicherheitsgründen auf Sparflamme. Übernachtungsgäste müssen vorerst auf die Nutzung der Duschen verzichten, Biergartengäste mit einer reduzierten Speisen- und Getränkeauswahl zufrieden sein.

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