1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bielefeld
  6. >
  7. „Jetzt muss etwas passieren“

  8. >

Bielefelder Tierpark Olderdissen: CDU und FDP drängen auf konkreten Zeitplan für die geplante Erweiterung

„Jetzt muss etwas passieren“

Bielefeld

Auch, wenn er aufgrund der Coronapandemie derzeit geschlossen ist: Der Tierpark Olderdissen gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen weit über die Grenzen Bielefelds hinaus. Die jährliche Besucherzahl bewegt sich in Richtung der Eine-Million-Grenze.

Hendrik Uffmann

Die Erweiterungsfläche, die nördlich des Tierparks zwischen Streichelzoo und Dornberger Straße liegt, ist 7400 Quadratmeter groß. Foto: Bernhard Pierel

Dass der Tierpark um die angrenzende, etwa 7400 Quadratmeter große Fläche des ehemaligen Hockeyplatzes erweitert werden soll, hatte die Politik bereits im Herbst 2018 beschlossen.

Im Betriebsausschuss des städtischem Umweltbetriebs (UWB) machen die Fraktionen von CDU und FDP nun Druck. Sie wollen in der nächsten Sitzung am Dienstag kommender Woche einen Antrag stellen, dass die Verwaltung einen Zeitplan für die Tierparkerweiterung erarbeiten und in dem Ausschuss vorstellen soll.

Außerdem soll die Verwaltung mitteilen, ob und in welcher Höhe bereits Spenden für die Tierparkerweiterung eingegangen sind und ob dafür auch schon Geld im laufenden Haushalt der Stadt bereitgestellt ist.

Durch diesen Zeitplan solle nun eine zügige Entwicklung der Fläche gewährleistet werden, begründen Frank Strothmann (CDU) und Jasmin Wahl-Schwentker (FDP) den Antrag.

Auch Betriebsausschuss-Vorsitzender Werner Thole (CDU) drängt darauf, dass es bei den Plänen für die Vergrößerung des Tierparks weitergeht. „Jetzt muss etwas passieren“, so Thole.

Eine Antwort von Seiten des UWB hatte es bereits in der Dezember-Sitzung der Bezirksvertretung Gadderbaum nach einer Anfrage der Grünen gegeben. Und diese sei nach wie vor Stand der Dinge, erklärt UWB-Sprecherin Andrea Marten.

Für den Hockeyplatz liegen demnach zurzeit noch keine konkreten Erweiterungspläne vor. Aufgrund der Corona-bedingten Schließung des Tierparkes, mehrerer außerplanmäßiger Abwesenheiten sowie der gesamten derzeitigen Arbeitsbelastung in der Abteilung Forsten und Tierpark habe man bisher noch nicht in die Detailplanung einsteigen können.

Laut UWB wird derzeit die Ausschreibung für eine externe Planung durch ein Zooplanungsbüro vorbereitet, die Ergebnisse sollen im ersten Quartal dieses Jahres vorliegen. Im Wirtschaftsplan des Umweltbetriebes seien auch Mittel für den Ausbau des Hockeyplatzes eingestellt.

Im Sommer 2020 sei das Areal eingezäunt worden, so dass dort seit dem die Soayschafe und Ziegen des Streichelzoos ihren Auslauf haben und grasen und auch andere Tierarten zeitweise untergebracht wurden.

Werner Thole sagt dazu, dass nun zwei Jahre Zeit gewesen sei, ein Konzept zu erarbeiten, also deutlich länger, als es die Coronapandemie gebe. „Wir wollen jetzt keine Ausreden mehr bekommen“, erklärt der Ausschuss-Vorsitzende.

Wie mehrfach berichtet, hatte die Hockey-Abteilung des DSC Arminia das Gelände viele Jahre von der Stadt lang gepachtet. Da es aber nur selten genutzt wurde, hatte es mehrfach den Vorstoß aus der Politik gegeben, den Verein zu bitten, das Gelände für eine Vergrößerung des Tierparks zur Verfügung zu stellen.

Nach Verhandlungen hatte sich die Stadt dann 2018 mit dem Sportverein darauf gereinigt, dass die Hockey-Abteilung weiterhin das Vereinsheim am Rande der Fläche nutzen kann, der Pachtvertrag für das eigentliche Hockey-Gelände aber beendet wird – Ende September 2019 war der Vertrag dann ausgelaufen.

Im Februar hatten dann CDU und FDP die Bielefelder dazu aufgerufen Vorschläge für die Tierparkerweiterung zu machen. Ganz oben auf der Liste bei den knapp 200 eingereichten Vorschlägen stand dabei ein Elchgehege, häufig genannt wurde auch ein Aquarium.

Im September 2019 hatte sich der Betriebsausschuss des UWB einstimmig für den Projektvorschlag des städtischen Umweltbetriebes ausgesprochen, den Nachbau einer historischen Hofstelle zu errichten, um dort alte, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen zu halten. Dort könnte auch ein neuer, größerer Streichelzoo entstehen. Auch ein Spielbereich, um den an besucherstarken Wochenenden sehr stark genutzten Spielplatz zu entlasten, ist vorgesehen.

Zwei Millionen Euro würde der Bau nach den Zahlen des UWB vom September 2019 kosten. Diese Summe könne jedoch nur zum Teil aus dem Wirtschaftsplan des Umweltbetriebes finanziert werden. Auch Spender müssten sich an der Umsetzung des Projektes beteiligen, hieß es damals.

Startseite