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Strafbefehl gegen Bielefelderin (56) – Warten auf Mindener Urteile

Katzenfrau hat Ärger

Bielefeld (WB)

Der Fall hatte im Sommer vor zwei Jahren bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Eine Katzenliebhaberin (56) aus Bielefeld, der das Veterinäramt der Stadt 69 zum Teil kranke Tiere weggenommen hatte, soll 50.568,30 Euro Tierheimkosten zahlen.

Jens Heinze

Symbolbild Foto: Uwe Anspach/dpa

Jetzt legt die Bielefelder Justiz gegen die 56-Jährige nochmals nach. Der ehemaligen Betreiberin eines Katzenasyls im Bielefelder Stadtteil Eckardtsheim wurden wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz 2700 Euro Geldstrafe auferlegt.

Das steht in einem Strafbefehl (Urteil ohne Prozess), den das Amtsgericht Bielefeld vor wenigen Tagen auf Antrag der dortigen Staatsanwaltschaft erlassen hat.

Der Fall begann im März vor drei Jahren. Damals hatte nach Darstellung der Anklagebehörde eine Bielefelder Amtstierärztin veranlasst, dass der Frau 67 verwahrloste Katzen und zwei Hunde weggenommen, in fünf Tierheimen in Ostwestfalen-Lippe und Niedersachsen untergebracht oder – weil sie todkrank gewesen sein sollen – eingeschläfert wurden. Die 56-Jährige soll sich drei Monate lang mangelhaft um die Katzen gekümmert haben, die an einem Dünndarm-Parasiten litten und Durchfall hatten, so der Vorwurf.

„Die Tiere wiesen diverse Krankheiten und Pflegemängel auf und waren nicht geimpft“, begründete am Mittwoch Moritz Kutkuhn, Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld, warum die 56-Jährige gegen das Tierschutzgesetz verstoßen haben soll. Dass erst drei Jahre und neun Monate später ein Strafbefehl gegen die Frau erlassen wird, begründete der Sprecher mit der „langwierigen Aufarbeitung“.

Diese ist auch an anderer Stelle noch nicht abgeschlossen. Die ehemalige Betreiberin des Tierasyls hat vor dem Verwaltungsgericht Minden die Stadt Bielefeld mehrfach verklagt. Über die teilweise bis zu drei Jahre alten Klagen gegen das vom städtischen Veterinäramt verhängte Haltungsverbot für Katzen, gegen die mehr als 50.000 Euro Tierheimkosten und gegen die Fortnahme der Tiere ist bis heute nicht entschieden worden.

Das bestätigte Gerichtssprecherin Teresa Grabitz am Mittwoch. Beim Verwaltungsgericht hätten andere Verfahren wie Klagen abgelehnter Asylbewerber gegen ihre Abschiebung Vorrang gehabt, sagte die Juristin.

Gegen die erlassene Geldstrafe von 2700 Euro kann die Katzenfreundin über ihre Anwältin Einspruch einlegen lassen. Die Frist endet vor Weihnachten.

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