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Kompromiss: Die Schrebergärten am Stauteich III bleiben erhalten

Kein Luttersee und auch keine Wohnhäuser

Bielefeld (WB). Die Kleingärten am Stauteich III sollen nicht für den Luttersee und eine geplante Wohnbebauung weichen. Darauf haben sich die Paprika-Partner SPD, Grüne und Bürgernähe/Piraten jetzt verständigt.

Michael Schläger

Besiegeln den Kompromiss der Paprika-Partner zum Lutter-Grünzug bei einem Ortstermin am Stauteich III (von links): Johannes Schmalen und Uli Gödde (beide SPD) sowie Klaus Rees und Jens Julkows­ki-Kepp­ler (beide Grüne). Foto: Bernhard Pierel

In der Bezirksvertretung Mitte stimmten auch CDU, Linke und Bürgergemeinschaft für den Erhalt der Gärten – und erhielten dafür den Applaus einer Kleingärtner-Abordnung. Nur die Liberalen waren dagegen. Uneins waren sich die Fraktionen aber im weiteren Vorgehen, auch wenn sich am Ende eine rot-grüne Mehrheit für den Antrag fand, auf den sich die Paprika-Koalition im Rat geeinigt hatte und über den in einer Sondersitzung des Umweltausschusses am 5. Juli entschieden werden soll.

Danach soll der Stauteich II wegfallen. In dessen Bereich soll die Lutter »meandernd« fließen. »Wir verzichten auf die Inanspruchnahme der Schrebergärten«, sagte der grüne Ratsfraktionschef und Umweltausschussvorsitzende Jens Julkowski-Keppler gestern bei einem Ortstermin am Stauteich III. »Und wir auf eine Wasserfläche«, so Uli Gödde, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Union wollte den Stauteich II erhalten

Im Bereich des Stauteiches III sollen Fuß- und Radweg am Nordufer entlanggeführt werden. Die Lutter-Umgehung (Bypass) soll am Südufer des Stauteiches III entlanggeführt werden. Der übrige Bereich des Luttergrünzuges soll nach der von einem Essener Büro erarbeiteten so genannten Vorzugsvariante umgesetzt werden. Dazu gehört auch, dass der Engpass des Grünzuges in Höhe des Zumsandeweges deutlich erweitert wird, damit Fußgänger und Radler dort mehr Platz haben.

Jan-Helge Henningsen, CDU-Bezirksvertreter in »Mitte«, fand es traurig, dass die SPD nun in weiten Teilen den Grünen gefolgt sei. Die Union hatte einen eigenen Antrag eingebracht, wollte den Stauteich II erhalten und auf Bypass-Lösungen für die Lutter verzichten. Stattdessen sollten die Teiche entschlammt werden. Nur ihrem Vorschlag, in dem Bereich einen kombinierten Fuß-Radweg einzurichten, folgten auch alle anderen.

Die Bielefelder FDP hatte schon im Vorfeld der Sitzung davor gewarnt, dringend notwendigen Wohnungsbau wegen des Widerstands der Kleingärtner zu verhindern. Die geplante Umgestaltung des Luttergrünzugs biete die Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen.

»Die Kleingärtner verdienen einen fairen Umgang, aber die Pachtverträge haben keine Ewigkeitsgarantie. Wir brauchen Wohnungen und wollen jetzt sehen, wie ernst es CDU und SPD damit wirklich ist«, hatte Jasmin Wahl-Schwentker, FDP-Ratsgruppensprecherin, erklärt. Den Kleingärtnern seien in geringer Entfernung Ersatzangebote gemacht worden.

Jetzt geht es um die rasche Umsetzung des Lutter-Projektes

Auch die Grünen hatten den Vorschlag der Planer zunächst positiv bewertet, die Fläche der Kleingärten, die sich in städtischem Besitz befindet, für Wohnungsbau zu nutzen. »Da besteht dringender Bedarf«, räumte Fraktionschef Julkowski-Keppler ein. »Wir sind aber davon überzeugt, für die angedachten 40 Wohneinheiten an anderer Stelle Ersatz zu finden.«. Sozialdemokrat Gödde verweist auf die Bemühungen, im Innenstadtbereich zu weiteren Verdichtungen zu kommen Auch über die Geschosshöhe beim Wohnungsbau müsse generell nachgedacht werden.

Jetzt geht es um die rasche Umsetzung des Lutter-Projektes. Schließlich gibt es die Verpflichtung, die Lutter bis spätestens 2024 in einen naturnahen Zustand zu versetzen und die Durchgängigkeit des Gewässers herzustellen. So schreibt es die Wasserrahmenrichtlinie vor.

Finanziert werden soll das Projekt, das den gesamten Lutterverlauf von der Innenstadt bis nach Heepen betrifft, aus Mitteln des Kommunalinvestitionsfördergesetzes und dem Städtebauförderprogramm Insek.

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