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FH Bielefeld nutzt von April an Räume in ihrem ehemaligen Verwaltungsgebäude an der Kurt-Schumacher-Straße

Kein Mobilbau für die Fachhochschule

Bielefeld

Zu klein war der Neubau der Fachhochschule Bielefeld auf dem Campus Nord eigentlich schon, als dort zum Wintersemester 2015/2016 der Betrieb aufgenommen wurde. Ein Erweiterungsbau ist deshalb in Planung. Doch bis dieser fertiggestellt ist, sollte eigentlich ein Mobilbau auf dem Gelände übergangsweise Entlastung schaffen.Doch diese Pläne der FH sind vom Tisch.

Hendrik Uffmann

Im ehemaligen Verwaltungsgebäude D an der Kurt-Schumacher-Straße sind Räume für die FH modernisiert worden. Foto: Hendrik Uffmann

Anstatt den für höchstens sechs Jahre gedachten eingeschossigen Bau mit 56 Arbeitsplätze in 14 Büros zu errichten, will die Fachhochschule nun Räume in ihrem ehemaligen Verwaltungsgebäude an der Kurt-Schumacher-Straße nutzen.

Grund dafür sei die Wirtschaftlichkeit, erklärt die Fachhochschule. Es hätten sich nur drei Unternehmen auf die europaweite Ausschreibung für den Mobilbau beworben, teilt FH-Sprecher Lars Kruse mit. „Wir vermuten, dass die geringe Zahl der Ausschreibungsteilnehmer der sehr guten Baukonjunktur seinerzeit geschuldet war und aus diesem Grund nur verhältnismäßig teure Angebote eingingen.“ Das günstigste Angebot habe so hoch gelegen, dass das Präsidium der FH die Entscheidung getroffen habe, den Mobilbau nicht zu realisieren, sondern sich um eine Alternativlösung zu kümmern.

Nach den Berechnungen des Dezernats Gebäudemanagement der FH hätte der Mobilbau mindestens 3,9 Millionen Euro gekostet. Lars Kruse: „Die Kosten hätten sich durch Nachträge auf bis zu 4,5 Millionen Euro aufsummieren können.“

Im Oktober 2019 hatte die Bezirksvertretung Dornberg über die Pläne der FH für das Gebäude beraten, das eigentlich zum Start des Wintersemesters 2020/2021 hätte in Betrieb gehen sollen.

Die Bezirksvertreter hatten dabei Bedenken geäußert – unter anderem hinsichtlich der Optik des Gebäudes, des Zuschnitts der Räume und nicht zuletzt, weil es als Provisorium für eine Nutzungsdauer von fünf bis sechs Jahren konzipiert war. Die Sorge der Bezirksvertreter: Steht das Gebäude erst einmal, könnte es auch durchaus längerfristig genutzt werden.

Schließlich hatte die Bezirksvertretung trotz »Sorgen und Bedenken« dem Mobilbau zugestimmt mit der Auflage, dass er nach sechs Jahren zurückgebaut wird.

In einer Anfrage vom 5. Januar dieses Jahres hatte sich die CDU in der Dornberger Bezirksvertretung nun erkundigt, wann die Errichtung des provisorischen Bürogebäudes vorgesehen sei. „In der BZV-Sitzung am 10. Oktober 2019 wurde von der Fachhochschule und dem Bauamt ein provisorisches Gebäude als dringend, unaufschiebbar und an der vorgeschlagenen Stelle als alternativlos vorgestellt. Nach kontroverser Diskussion hat die BZV diesem Bauvorhaben, dessen Nutzung auf maximal sechs Jahre begrenzt werden sollte, mit knapper Mehrheit zugestimmt. Seit der Zeit haben wir nichts mehr von beiden Vorhaben gehört, geschweige denn gesehen“, schreibt CDU-Bezirksvertreter Norman Graeser in der Anfrage.

Nach Auskunft von FH-Sprecher Lars Kruse hat das Präsidium der Fachhochschule das Bauvorhaben bereits im März des vergangenen Jahres verworfen.

Planungen für Erweiterung gehen weiter

Unterdessen laufen die Planungen für die dauerhafte Erweiterung der FH auf dem Campus Nord weiter. Für den dort vorgesehenen Neubau wird laut städtischem Bauamt derzeit das Raumprogramm für eine Nutzfläche von etwa 12.000 Quadratmetern entwickelt. FH-Sprecher Lars Kruse: „Sind die intensiven Vorbereitungen abgeschlossen, wird sich ein mehrjähriger Planungs- und Ausführungszeitraum anschließen.“

Statt dessen hat die FH etwa 2250 Quadratmetern Fläche in ihrem ehemaligen Verwaltungsgebäude, dem Gebäude D an der Kurt-Schumacher-Straße, vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb BLB angemietet. Dort gibt es laut FH etwa 180 Arbeitsplätze, die vor allem die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Centrums für interdisziplinäre Studien (CiS) nutzen sollen, die eigentlich in den Mobilbau ziehen sollten. „Auch das Center for Entrepreneurship (CfE) ist interessiert, dort Platz zu finden“, so Lars Kruse.

Das Gebäude sei erheblich aufgewertet worden. Böden, Sanitäranlagen, Decken und Wände seien runderneuert oder instandgesetzt worden. Kruse: „Diejenigen, die das alte Verwaltungsgebäude noch erlebt haben, werden es nicht wiedererkennen.“ Genutzt werden sollen die Räume von April an. Trotz der der Modernisierung lägen die Kosten deutlich unter denen für den Mobilbau.

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