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Stadt sieht an der Babenhauser Straße keine Möglichkeit zur Geschwindigkeitsbegrenzung

Kein Tempo 30 vor Kita und Schule

Bielefeld (WB). Seit Monaten sind in Bielefeld auf den Straßen vor vielen Schulen und Kitas Tempo-30-Zonen eingerichtet worden, um die Kinder zu schützen. An der Babenhauser Straße, wo direkt nebeneinander Kita, Grundschule, Förderschule und Kirche liegen, ist dies noch nicht geschehen. Die Begründung der Stadt: Dieser Abschnitt der Straße liegt außerorts, wo eine Beschränkung auf Tempo 30 nur in besonderen Fällen möglichst ist.

Hendrik Uffmann

Gerda Tödheide setzt sich dafür ein, dass an der Babenhauser Straße im Bereich der Kita und der Grundschule eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. Außerdem kritisiert sie die Schaltung der Fußgängerampel. Foto: Hendrik Uffmann

Für Gerda Tödheide ist dies unverständlich. „Es gibt hier so viele Kinder, die zur Schule und in die Kita gehen, und durch die Neubaugebiete wie etwa am Hollensiek werden es immer mehr“, sagt sie. Seit zwei Jahren setzt sie sich für die Tempobeschränkung in Babenhausen ein, bislang vergeblich. Dabei handele es sich bei der Strecke um eine viel befahrene Straße, die auch von zahlreichen Lkw genutzt werde. „Deshalb begreifen ich nicht, dass ausgerechnet hier Tempo 30 nicht möglich sein soll, wo es doch an so vielen anderen Stellen eingerichtet wird“, ärgert sich Gerda Tödheide.

Kein Unfallschwerpunkt

Und immer wieder hielten sich Autofahrer auch nicht an die Begrenzung auf 50 km/h, die vor den Schulen und der Kita gilt, hat sie beobachtet, wenn sie ihre Enkelkinder zu Fuß von der Kindertagesstätte abgeholt hat, von denen eines seit der vergangenen Woche zur Grundschule Babenhausen geht.

Für die Einrichtung von Tempo-30-Zonen gebe es jedoch rechtliche Vorgaben, an die sich die Stadt halten müsse, sagt dazu Patrick Kühn vom städtischen Amt für Verkehr. „Innerorts ist dies vor schützenswerten Einrichtungen möglich“, so Kühn. Doch der fragliche Abschnitt der Babenhauser Straße läge eben außerorts. Dort sei eine solche Tempobegrenzung nur machbar, wenn es einen Unfallschwerpunkt gebe. Diesen habe die Unfallkommission dort aber nicht festgestellt.

Außerdem gelte außerorts eigentlich Tempo 100, so dass es hier mit der Beschilderung auf 50km/h schon eine Begrenzung gebe, so Kühn. Darüber hinaus gebe es vor der Schule und der Kita einen von der Fahrbahn getrennten Geh- und Radweg, den die Kinder nutzen könnten.

Hinzu komme, dass der zuständige Straßenbaulastträger für den Bereich der Landesbetrieb Straßen NRW sei. „Dieser müsste zunächst ebenso wie die Polizei um eine Stellungnahme gebeten werden“, erklärt Kühn.

Kritik an Schaltung der Fußgängerampel

Dass der Straßenbereich kein Unfallschwerpunkt sei, lässt Gerda Tödheide als Argument nicht gelten. „Muss den erst etwas passieren, bevor etwas passiert“, fragt sie.

Kritik übt Gerda Tödheide auch an der Schaltung der Fußgängerampel, über die die Kinder in das gegenüberliegende Wohngebiet Thomashof gelangen können. „Der Zeitraum zwischen dem Moment, in dem die Ampel für die Autos Rot zeigt, und dem Beginn der Grünphase für die Fußgänger ist sehr kurz“, sagt sie. Und tatsächlich liegen nur knapp zwei Sekunden dazwischen.

Diese Schaltung richte sich nach dem technischen Regelwerk, erklärt Patrick Kühn. Dabei werde diese so genannte Zwischenzeit für jede einzelne Ampel einzeln berechnet. „Ich gehe davon aus, dass diese korrekt ist, kann aber zusagen, dass wir dies kurzfristig bei dieser Ampel kontrollieren.“

Stadt will Geschwindigkeitsdisplay aufstellen

In Sachen Tempobegrenzung sehe er hingegen keine Möglichkeiten. Geplant sei jedoch, vor der Grundschule Babenhausen bald vorübergehend ein Geschwindigkeitsdisplay anzubringen, das den Autofahrern ihr Tempo anzeigt.

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