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Landgericht wandelt Urteil des Amtsgerichtes in eine Bewährungsstrafe um

Keine Haft für Notruf-Missbrauch

Bielefeld (WB/hz). Das Amtsgericht Bielefeld hatte vergangenes Jahr ein deutliches Zeichen gesetzt: Weil ein Mann (55) am öffentlichen Telefon in der Halle des Hauptbahnhofes Bielefeld sechsmal grundlos den Feuerwehr-Notruf 112 wählte, wurde der psychisch kranke Alkoholiker zu neun Monaten Haft verurteilt.

Das Landgericht Bielefeld. Foto: dpa/Friso Gentsch

Der Angeklagte ist ein notorischer Wiederholungstäter, der bei der Tat am 22. September 2018 in Bielefeld unter Bewährung stand. Der Mann ist in seiner Heimat in Rheinland-Pfalz einschlägig bekannt, wurde 2012 erstmals wegen Notruf-Missbrauchs verurteilt. Der 55-Jährige erhielt drei Monate Haft zur Bewährung. Die Bewährung wurde letztlich widerrufen, der Mann musste ins Gefängnis, hieß es von der Justiz. Im Oktober 2017 kassierte der 55-Jährige von der Justiz in Rheinland-Pfalz wegen des Missbrauchs von Notrufen sogar 20 Monate zur Bewährung.

Gegen die vergangenes Jahr in Bielefeld verhängte Haft von neun Monaten legte der 55-Jährige Berufung ein. Das Bielefelder Landgericht senkte jetzt das Urteil des Amtsgerichtes von neun auf sechs Monate ab und setzte die Strafe zur Bewährung aus. Der Angeklagte habe glaubhaft versichert, dass er in Behandlung sei und bei psychischen Problemen künftig die Telefon-Seelsorge und nicht mehr die Feuerwehr anrufen werde, sagte ein Gerichtssprecher.

Trotzdem kann der 55-Jährige noch hinter Gittern kommen. Der Justiz in Rheinland-Pfalz ist es nach dem neuen Bielefelder Urteil jetzt freigestellt, den Mann als Bewährungsversager einzustufen. Dann würde die im Oktober 2017 verhängte Bewährungsstrafe von 20 Monaten widerrufen. In diesem Fall käme der Wiederholungstäter ins Gefängnis.

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