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Südafrikanische Virus-Variante: Evangelisches Klinikum Bethel will kein Risiko eingehen

Kinder-Notaufnahme bleibt geschlossen

Bielefeld (WB).

In der vergangenen Woche ist in der Klinik für Kinderchirurgie des Kinderzentrums am Evangelischen Klinikum Bethel (EvKB) die südafrikanische Variante des Corona-Virus aufgetreten. Sechs Mitarbeiter sind betroffen. Keines der Kinder, die sich in stationärer Behandlung der Klinik befinden, hat sich bislang infiziert. Die Notaufnahme Kinderzentrum (NoKi) bleibt dennoch aus Sicherheitsgründen bis nächsten Montag, 15. Februar, 8 Uhr geschlossen.

 

Bis Montag, 15. Februar, bleibt die Kinder-Notaufnahme in Bethel aus Sicherheitsgründen geschlossen. Foto: Thomas F. Starke

„Wir haben Ende der vergangenen Woche die schwere Entscheidung treffen müssen, die Notfallversorgung für Kinder am EvKB einzustellen“, sagt Univ.-Prof. Eckard Hamelmann. „Auch wenn sich die südafrikanische Variante des Corona-Virus derzeit nur auf wenige Mitarbeitende beschränkt, wollen wir auf Nummer sichergehen und das Infektionsgeschehen noch eine Woche lang beobachten“, so der Ärztliche Direktor des Kinderzentrums Bethel weiter. Die Variante sei hochansteckend und man wolle kein Risiko eingehen. Aus diesem Grund habe man sich zu einer Verlängerung der Schließung der Kindernotaufnahme entschlossen.

Ursprünglich war eine Wiederaufnahme der Notfallversorgung für diesen Dienstag angedacht gewesen. Auf Grund des erweiterten Kontaktmanagements, das wegen der südafrikanischen Variante des Corona-Virus notwendig ist, stehen nun jedoch etwa 50 Mitarbeiter des Kinderzentrums unter Quarantäne. „Aus diesem Grund ist eine qualifizierte Notfallversorgung nicht aufrechtzuerhalten“, sagt Hamelmann.

Dr. Christiane Scherer, Leiterin der Krankenhaushygiene

Nach wie vor gilt: Für lebensbedrohliche Notfälle ist die Notfallversorgung weiterhin gesichert. Weniger dringliche Fälle müssen bis kommenden Montag in anderen Krankenhäusern versorgt werden. Die Kindernotfallpraxis der niedergelassenen Kinderärzte bleibt außerhalb der Sprechzeiten der Kinderarztpraxen ebenfalls in der NoKi im Haus Gilead I gesichert. Gesundheitsamt und der Rettungsdienst der Stadt sind informiert.

„Wir sind in der glücklichen Situation, durch ein hauseigenes Testverfahren erste Hinweise auf die neuen Varianten des Virus zu erhalten und konnten deshalb umgehend handeln, sodass wir das Ausbruchsgeschehen schnell eingrenzen konnten“, teilte Dr. Christiane Scherer, Leiterin der Krankenhaushygiene am EvKB mit.

Aus ihrer Sicht wird die Übertragung der neuen Corona-Varianten noch weiter zunehmen: „Laut einer neuen Studie des Robert-Koch-Instituts, das insgesamt rund 31.000 Proben der fünf größten Labore Deutschlands ausgewertet hat, sind bereits mehr als sieben Prozent dieser Fälle auf die neuen Varianten des Virus zurückzuführen. Die Untersuchung ist hochaktuell, da die analysierten Laborproben aus dem Zeitraum vom 22. bis 29. Januar 2021 stammen“.

Die Sprechzeiten der Kindernotfallpraxis in der NoKi im Haus Gilead I, Burgsteig 13: montags, dienstags, donnerstags: 19 bis 22 Uhr, mittwochs, freitags: 16 bis 22 Uhr, samstags, sonntags: 9 bis 22 Uhr.

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