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Verdi hat erneut zum Streik aufgerufen – Stadtwerke, Sparkasse und Stadt betroffen

Kita-Mitarbeiter im Ausstand

Bielefeld (WB). Die Fahrgäste von Bus und Bahn in Bielefeld hatten am Mittwoch Glück: Sie waren nicht vom Verdi-Streik betroffen. Dafür mussten viele Eltern die Betreuung ihrer kleinen Kinder organisieren. Denn zwölf der 42 städtischen Kitas waren komplett geschlossen. Und auch in den 30 verbleibenden Kitas waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ausstand, so dass sie teilweise mit kleinerer Besetzung fuhren.

Sabine Schulze

Treffpunkt Radrennbahn: Von hier sind Streikende, die dem Verdi-Aufruf gefolgt waren, mit 120 Fahrzeugen im Autokorso zur Kundgebung nach Minden gefahren. Foto: Bernhard Pierel

Autokorso zur Kundgebung

4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber ein Plus von 150 Euro fordert Verdi in der aktuellen Verhandlungsrunde. Ein Autokorso sollte am Mittwoch auf die Tarifauseinandersetzungen aufmerksam machen, mit 120 Fahrzeugen fuhren Verdi-Mitglieder aus Bielefeld zur Kundgebung nach Minden. Ende kommender Woche soll in Potsdam die dritte Verhandlungsrunde stattfinden, es sei daher durchaus denkbar, dass vorher noch einmal „Druck aufgebaut“ werde, sagt Verdi-Gewerkschaftssekretärin Nicole Krug.

Am Mittwoch waren dem Jugendamt 191 streikende Kita-Mitarbeiter gemeldet, das entspricht einem Anteil von gut einem Drittel. Vor Ort waren am späten Vormittag 780 Kinder, mithin 25 Prozent. Da einige Kita-Mitarbeiter nur am frühen Morgen drei Stunden in den Ausstand getreten und die Eltern darüber vorab informiert waren, dürften später noch Kinder hinzugekommen sein.

Wertstoffhof dicht

Ebenfalls vom Streikaufruf betroffen war der Wertstoffhof Nord an der Engerschen Straße, der am Mittwoch geschlossen blieb. Bei Müllabfuhr, auf dem Bauhof oder bei der Straßensanierung komme es dagegen nicht zu Einschränkungen, teilte Stadtsprecher Daniel Steinmeier mit.

Kunden der Sparkasse Bielefeld standen hingegen vor verschlossenen Türen des Beratungszentrum Heepen und der Teilzeit-Filiale in Milse. „Das Online-Banking ist nicht betroffen, das telefonische Kundencenter ohne Einschränkung erreichbar“, sagte Sprecher Christoph Kaleschke.

Notdienst mit 150 Mitarbeitern

Bei den Stadtwerken, der SWB Netz, BiTel und der Bäder und Freizeit GmbH BBF waren immerhin 1500 Mitarbeiter zu dem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Das bedeutete, dass Bäder und Eisbahn geschlossen blieben, die BiTel-Störungsstelle war nur eingeschränkt besetzt und auch die Kundenzentren in der Historischen Turbinenhalle und am Jahnplatz Nr. 5 waren geschlossen. Auch die Stadtwerke-Hotline war nicht besetzt. „Die Kunden merken den Streik daher schon“, sagt Yvonne Liebold. Allerdings: 150 Mitarbeiter gewährleisteten den Notdienst, die öffentliche Daseinsvorsorge mit Strom, Wasser oder Fernwärme war nicht in Gefahr.

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