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Aus dem Bielefelder Containerbahnhof soll ein Ort der Begegnung werden

Kleingarten 2.0

Bielefeld (WB). In dieser Woche sind die Überlegungen von Bürgernähe/Piraten, der Bürgerinitiative gegen die B 66n und der Kleingärtner der »Bahn-Landwirtschaft« für den Containerbahnhof bekannt geworden. Jetzt haben sie zu einem Ortstermin gebeten.

Michael Schläger

Hoffen auf Unterstützer (von links) Gordana Rammert, Martin Schmelz, Imke Brunzema, Gerd Bobermin und Christian Heißenberg auf der Brachfläche des Containerbahnhofs. Foto: Schläger

Es ist ein echtes Idyll, das sich gut versteckt hinter der Seidensticker-Halle bis hin zum ehemaligen Containerbahnhof erstreckt. »Rund 80 Lauben befinden sich hier«, sagt Imke Brunzema, Vorsitzende des Kleingartenvereins »Bahn-Landwirtschaft« Auf der anderen des Containerbahnhofs sind es noch einmal 20. Dazwischen: Brache. An den Containerbahnhof erinnern nur noch Schotter und ein Güterschuppen.

Aus diesem Platz wollen Christian Heißenberg, Martin Schmelz und Gordana Rammert (Piraten/Bürgernähe), Gerd Bobermin (Bürgerinitiative) sowie Imke Brunzema einen Platz der Begegnung machen, einen Naherholungsbereich für das angrenzende Schlachthofviertel, ein Ort, wo Kinder und Jugendliche, etwa aus der benachbarten Luisenschule, einen naturnahen Lernort erleben könnten. »Kleingarten 2.0«, fasst Gordana Rammert die Ideen zusammen, die bereits seit gut einem Jahr in den Köpfen schlummern.

Probenräume für Bands oder Theater-Initiativen denkbar

Für das, was sich die Initiatoren vorstellen, gibt es Vorbilder. Heißenberg verweist auf den Naturpark Südgelände in Berlin-Tempelhof oder den Park am Gleisdreieck zwischen Kreuzberg und Schöneberg. Dort sei bereits realisiert, was sich auch die Bielefelder vorstellen können. Im Natur-Park Südgelände etwa verbinden sich die Elemente Kunst, Natur und Technik zu einer kontrastreichen Mischung. Künstler arbeiten dort, es gibt unberührte, der Natur überlassene Flächen, Begegnungsmöglichkeiten in einem Café. Der Naturpark wie der Park am Gleisdreieck liegen ebenfalls auf Flächen ehemaliger Bahnanlagen.

In Bielefeld wären Probenräume für Bands oder Theater-Initiativen denkbar, könnten Hochbeete geschaffen werden. Am Rand wäre auch die Ansiedlung von Gewerbe möglich, etwa die City-Logistik, um dort Waren umzuverteilen und umweltfreundlich auf Elektrofahrzeugen in die Innenstadt zu transportieren.

Plan als »gelungener Abschluss des grünen Bandes«

Versickern soll die Idee nicht, da sind sich Heißenberg und seine Mitstreiter einig. Sie wollen sie Oberbürgermeister Pit Clausen und Planungsdezernent Gregor Moss vorstellen und in die Bezirksvertretung Mitte einbringen. Dass die Umsetzung nicht einfach wird, darüber sind sie sich im Klaren.

Da ist der Eigentümer, die Immobiliengesellschaft der Bahn, da ist eine teils belastete Fläche, die nicht bebaut werden darf, und da ist der Nachbar, die Firma Stockmeyer Chemie, zu der ein Sicherheitsabstand eingehalten werden muss. Bürgernähe/Piraten, die Kleingärtner und die Mitglieder der Bürgerinitiative sehen darin aber keine unüberwindbaren Hürden. Sie sehen in ihrem Plan dagegen einen gelungenen Abschluss des »grünen Bandes«, des Grünzugs im Bielefelder Osten.

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