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Fridays For Future Bielefeld protestiert – Anzeige der Polizei, weil Demo nicht angemeldet war

Klima-Kundgebung auf dem Fahrrad

Bielefeld (WB). Bielefelds Fridays-For-Future-Aktivisten sind diesmal aufs Rad gestiegen: Mit einer Fahrraddemo durch die Innenstadt haben rund 50 Teilnehmer an die weiterhin lodernden Brände im Amazonas-Regenwald erinnert. Vor allem aber haben sie auf den Bielefelder Klima-Aktivisten Benjamin (26) aufmerksam gemacht, der nach dem Weltklimagipfel in Spanien gestrandet ist .

Peter Bollig

Rund 50 Radfahrer haben an der Demonstration von Fridays For Future in Bielefeld teilgenommen. Foto: Peter Bollig

Wie berichtet, war der Bielefelder mit seinem Begleiter Lukas (18) aus Saarbrücken in Madrid bestohlen worden. Unter anderem das Rad von Lukas und das Handy von Benjamin wurden gestohlen. Beide sitzen ohne Bargeld fest. Über ein Crowdfunding haben die Bielefelder Aktivisten inzwischen 1400 Euro gesammelt, um zu helfen. „Lukas fährt Freitag mit dem Bus nach Hause“, sagt Lina Strothmann von Fridays For Future. Benjamin wolle den Zug nehmen. Weil in Frankreich der Zugverkehr bestreikt wird, sei aber unklar, wann er nach Hause komme.

Vom Kesselbrink aus war die Demonstration gegen 16 Uhr gestartet, um einmal die Altstadt zu umrunden. Ziel war das Rathaus, wo sich die Gruppe dem „Klimaweihnachtssingen“ von Parents For Future anschließen wollte.

Die Fahrraddemo hatte am Kesselbrink allerdings einen holprigen Start – weil die Organisatoren sie bei der Polizei nicht angemeldet hatten. „Und das“, machte ihnen Polizeieinsatzleiter Markus Wolff klar, „ist eine Straftat“. Mindestens 48 Stunden vor Beginn hätte der Protest der Polizei angekündigt werden müssen.

Die Aktion könne er jetzt weder als Spontandemo einstufen, weil sie über die Medien vorab angekündigt wurde, noch als reine Fahrradtour, weil sie im Vorfeld eben als Demonstration bezeichnet wurde. Die Polizei leitete eine Strafanzeige gegen Unbekannt ein – machte aber auch klar, dass sie die Veranstaltung zulassen und auch begleiten werde, damit die Radfahrer im Verkehr nicht gefährdet würden. Deswegen sei die Anmeldung ja auch wichtig, sagte Wolff: „Es ist unheimlich viel los und wir mussten jetzt kurzfristig sehen, wo wir Einsatzkräfte herbekommen.“

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