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Kreisverband hat sich nicht eindeutig vom »rechten Flügel« distanziert

Kommentar zur Bielefelder AfD: Wolfs im Schafspelz

Bielefeld (WB). Die AfD will in den nächsten Bielefelder Rat einziehen. Vom »Flügel« des AfD-Rechtsaußen Björn Höcke hat sich der Bielefelder Kreisverband bisher nicht eindeutig distanziert, findet Michael Schläger in seinem Kommentar.

Symbolbild. Foto: dpa

Erstmals hat sich die Bielefelder AfD in größerem Umfang zu ihren kommunalpolitischen Zielen geäußert. Die müssen die anderen Parteien nicht schrecken. Da kommt vieles eher weichgespült daher.

Was die hiesige AfD zum Wolf im Schafspelz macht, ist die fehlende klare Distanzierung vom ultrarechten »Flügel« der Partei. Zumindest Kreisvorsitzender Rolf Diekwisch und Parteisprecher Martin Breuer äußern sich in dieser Frage nicht eindeutig. Die AfD hat ein Problem mit rechtsradikalen Tendenzen. Die fehlende klare Abgrenzung ist ein Spiel mit dem Feuer.

Der massive Druck des Bündnisses gegen Rechts hat bisher verhindert, dass die AfD in Bielefeld sonderlich in Erscheinung getreten ist. Sie führt ein Hinterzimmer-Dasein, ist nicht bereit, Parteitage öffentlich abzuhalten, wie es für andere Parteien selbstverständlich ist. Die Kreispartei ist wie eine geschlossene Gesellschaft. Nicht mal die genaue Mitgliederzahl ist bekannt.

Will die AfD aber ein Wörtchen mitreden in der Kommunalpolitik, muss sie sich öffnen. Es wird spannend sein zu sehen, wer für sie als Bewerber für das Oberbürgermeister-Amt antritt, wer die Direktkandidaten in den 33 Ratswahlkreisen sind. Sie müssen sich fragen lassen, ob sie damit einverstanden sind, wenn ihre Partei zunehmend von Extremisten gekapert wird. Und die Wähler sollten sich darüber im Klaren sein, wem sie da im Zweifel Sitz und Stimme im Rathaus geben könnten.

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