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Die Falken wollen das Jahnplatz-Forum nutzen – Die Politik in Bielefeld hat viele Fragen

Konzerte im Tunnel

Bielefeld (WB/MiS). Die einen finden die Idee bedenkenswert, die anderen sehen noch viele offene Fragen. Die Falken können sich vorstellen, im Jahnplatz-Forum einen Treffpunkt für junge Leute einzurichten.

Der Eingang zum Jahnplatz-Forum. Foto: Bernhard Pierel/Archiv

Den Jugendlichen fehlten Räume und Angebote für Konzerte, es fehlten auch Proben- oder Theaterräume, meinen sie. Die Passage unter dem Jahnplatz hält der Träger von Kinder- und Jugendeinrichtungen für ideal und sieht nach dem Aus für das Fahrradparkhaus dort durchaus eine Chance, seine Idee zu verwirklichen. Die CDU bewertet die Pläne dagegen skeptisch. Bürgernähe und Piraten im Rat können dem Vorhaben wiederum durchaus etwas abgewinnen.

Früher konnten die Falken im Falkendom an der Meller Straße und im Jugendzentrum Kamp am Niedermühlenkamp Konzerte für Jugendliche anbieten. Inzwischen haben Anwohnerklagen an beiden Standorten solche Veranstaltungen fast unmöglich gemacht. Am Falkendom muss um 22 Uhr Schluss sein, am Kamp gar schon um 21.30 Uhr.

„Wie steht es um die Sicherheit der jungen Leute?“

In der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses hatte die CDU eine Anfrage zu den Überlegungen der Falken gestellt. Der Vorschlag erscheine auf den ersten Blick nicht unattraktiv, so Petra Brinkmann, jugendpolitische Sprecherin der CDU. Allerdings gebe es etliche ungeklärtë Fragen: „Wie steht es um die Sicherheit der jungen Leute? Was ist mit den Notausgängen̈?“ Wäre die geringe Deckenhöhe überhaupt geeignet, Veranstaltungen mit 500 Personen durchzuführen? Außerdem müsse geprüfẗ werden, ob vorhandene Einrichtungen wie Bunker Ulmenwall oder der Grüne Würfel auf dem Kesselbrink für diese Jugendarbeit geeignet wären.

Bisher seien Fragen der Finanzierung überhaupt noch nicht angesprochen worden, kritisierte Petra Brinkmann: „Können die Falken 6,2 Millionen Euro für den Kauf des Jahnplatz-Forums zahlen?“ Seien sie in der Lage, Umbau- und Ausstattungskosten zu übernehmen? Zudem kämen auch auf die Stadt erhebliche Kosten zu. Man müsse mit einem neuen Leistungsvertrag in Höhe von etwa 400.000 Euro rechnen.

„Noch nicht vom Fahrradparkhaus verabschieden“

Bürgernähe und Piraten begrüßen die Idee der Falken, das Jahnplatz-Forum als Zentrum für Jugendkultur zu nutzen. „Wichtig ist, dass dem schleichenden Verfall des Jahnplatz-Forums entgegen gewirkt wird“, meint deren Ratsmitglied Christian Heißenberg. „Wir möchten uns noch nicht von der Idee eines Fahrradparkhauses verabschieden“, ergänzt Bürgernähe-Chef Martin Schmelz. Zumindest ein Teil sollte dem Fahrradparken dienen.

Sozialdezernent Ingo Nürnberger hält die Idee einer Spielstätte im Tunnel ebenfalls für nachdankenswert, will sich aber erst einen Überblick über die Szene und die Akteure der Jugendkultur verschaffen. Im Frühjahr werde sich die Verwaltung dazu äußern, sagte er im Jugendhilfeausschuss.

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